Eine Tradition, die sich hält

von Redaktion

Seit 130 Jahren Christbaumversteigerung in Steeg

Buchbach/Steeg – Christbaumversteigerungen gibt es fast überall. In Steeg ist es heuer aber etwas ganz Besonderes. Die Steeger Schützen halten am Samstag, 9. Dezember, ab 19.30 Uhr im Schützenheim in Steeg ihre Christbaumversteigerung ab. Die erste gab es am 8. Dezember 1887, also vor 130 Jahren.

Es gab nur wenige Jahre, in denen die Tradition ausfallen musste. Einmal 1932, da wurde befürchtet, dass es wegen der Geldknappheit an der Steigerungslust fehlen könnte. Ab 1933 wurde von der Christbaumversteigerung bis zur Wiedergründung 1950 abgesehen, weil solche Veranstaltungen von der Führung des Dritten Reiches nicht gern gesehen waren. Erstmals wieder am 8. Dezember 1950 wurde die Christbaumversteigerung abgehalten. Am Mariä-Empfängnis-Tag wurde bis 1965 festgehalten, ehe ab 1966 auf den angrenzenden Samstag ausgewichen wurde.

Bei der Christbaumversteigerung kommen, neben dem geschmückten Christbaum, die so genannten „Astl“, Torten und der „Heimtreiber“ zur Versteigerung. Die Gegenstände wurden bis in die 1970er-Jahre an Tannen- und Fichtenzweige gebunden, so dass im Saal ein einmaliger Duft herrschte. Der Heimtreiber, ein knorriger Ast oder Haselnuss-Stamm, wird für den leiblichen Genuss auf dem Heimweg hergerichtet, mit Wurst, Geräuchertem, Brot, Bier, Schnaps und Süßigkeiten.

Besonderheit bei der Versteigerung des Christbaums ist das „amerikanische Versteigern“. Dabei wird in der Regel solange versteigert, und der Baum an den Verein zurück geschenkt, bis nahezu alle Gastvereine und Gönner den Baum einmal „amerikanisch gesteigert“ haben. Erst dann wird der Christbaum endgültig versteigert, ehe der „Heimtreiber“ der krönende Abschluss ist. Von 1970 bis 1981 wurde die Christbaumversteigerung mit Tombola und lange Zeit auch mit musikalischer Unterhaltung – dem Duo „Willy & Hans“ – und Einlagen abgehalten.

Die Steeger Christbaumversteigerung lebte natürlich auch von ihren Versteigerern. Nach der Wiedergründung versteigerten zunächst Hans Thalmeier und Sepp Haselwarter, dann kam der legendäre Edi Hofer in den 1960er-Jahren, es folgten Michael Burkhardt (1971) und ab 1972 das „Original“ Anton (Don) Rampl, der das Amt 2002 nach 30 Jahren an seinen Sohn Christian weitergab. Seit 2009 ist mit Sepp Huse Hundmeyer ein weiteres Versteigerungstalent herangewachsen, der die Tradition der humorvollen Versteigerer in Steeg hochhält.

Gute Bräuche und Traditionen halten sich, dies zeigt die Steeger Christbaumversteigerung. Auch wenn um die Jahrtausendwende die Teilnehmer zurückgingen, haben die Vorstände daran festgehalten und wieder Erfolg damit. Eins ist aber sicher: Die Christbaumversteigerung ist zum letzten Mal in der alten Herbergsstätte. Mit dem Neubau des Schützenheimes wird ab 2018 eine neue Seite für die Steeger Christbaumversteigerung aufgeschlagen.ram

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