Oberbergkirchen – Im Haus der Kinder St. Martin werden aktuell 83 Kinder betreut – die Krippe ist voll ausgelastet und im Kindergarten gibt es nur vereinzelt freie Plätze. Sehr gut angenommen wird die Mittags- und Hausaufgabenbetreuung, jedes Jahr steigen die Anmeldezahlen enorm.
Auch wenn alle Beteiligten mit dem Raummodul sehr zufrieden sind (siehe Kasten), ist es doch nur eine Zwischenlösung. Ende April hatte der Gemeinderat den Neubau eines Kindergartens neben der Grundschule beschlossen. In der November-Sitzung stand das mit der Kindergartenleitung abgestimmte Raumprogramm auf der Tagesordnung, das neben den Vorgaben durch das Kreisjugendamt auch weitere Wunschräume enthielt.
Kämmerer Georg Obermaier erläuterte einige Räume: Ein zusätzlicher Fachdienstraum im Kindergartenbereich ist wichtig für die Integrationskinder, die immer wieder gesondert von der Gruppe betreut und gefördert werden. Scheinbar profane Räume wie eine Speisekammer oder ein Lagerraum für Spielgeräte sind in den Vorgaben des Kreisjugendamtes nicht enthalten, dem Kindergartenpersonal jedoch ein Anliegen. Gemeinderätin und Erzieherin im Haus der Kinder Manuela Brenninger merkte an, es sei eine einzige „Rumräumerei“, wenn die Spielgeräte in der Turnhalle gelagert würden.
Für Lernwerkstatt
und Entspannung
Ein zentraler Wunsch sind Räume für die Angebote „Lernwerkstatt“, „Werkraum“ sowie „Ruhe/Entspannung“. Der Kindergarten arbeitet nach einem raumoffenen Konzept. Somit halten sich die Kinder nicht nur in ihren Gruppenräumen auf, sondern bewegen sich relativ frei im ganzen Haus. Dabei können sie die verschiedenen Angebote in den Räumen nach Belieben wahrnehmen.
In der Krippe wünscht sich das Haus der Kinder einen Raum, der zum einen als Besprechungsraum für Elterngespräche und zusätzlich als Familienzentrum angedacht ist. Die Gespräche mit Eltern müssten somit nicht „zwischen Tür und Angel“ auf dem Flur geführt werden. Eine für solche Beratungen ausgebildete Kraft wird den Raum für Gespräche mit den Familien nutzen.
Bürgermeister Michael Hausperger ergänzte, man werde sich wohl auch als Familienstützpunkt bewerben. Dieser soll dafür sorgen, dass sich die betroffenen Familien frühzeitig an den richtigen Ansprechpartner wenden, bevor die Probleme zu groß werden.
Ein Elternraum ist wichtig, gerade während der Eingewöhnungszeit der Kinder. Denn die Eltern sollen nicht weit weg und zur Not schnell zur Stelle sein, jedoch dürfen die Kinder sie in dieser Zeit auch nicht sehen.
So stand am Ende der Auflistung eine Zahl von 791 Quadratmetern für die Einrichtung. Durch einige dieser zusätzlichen Räume ergibt sich eine maximal förderfähige Nutzfläche von bis zu 675 Quadratmetern. Die Höhe der möglichen Förderung ist unterschiedlich: Die Räume für zusätzlich geschaffene Kindergartengruppen werden mit 85 Prozent, die „Ersatzräume“ für bestehende Gruppen mit ungefähr 50 Prozent gefördert. Die Kosten für alles, was über die 675 Quadratmeter hinausgeht, trägt die Gemeinde komplett selbst.
Der Gemeinderat war sich einig, dass die gewünschten Räume sinnvoll sind und realisiert werden sollen, auch wenn dadurch die förderfähige Fläche überschritten wird. „Wenn schon, denn schon“, meinte Gemeinderatsmitglied Hötzinger und auch Willi Haas betonte, dass der Familienzuzug wichtig sei, damit die Gemeinde weiterhin wächst.
Brenninger bezeichnete das durch den Neubau entstehende „soziale Zentrum“ als Aushängeschild für die Gemeinde. Der Gemeinderat beschloss schließlich eine maximale Nutzfläche von 790 Quadratmeter. Da die Fördersumme dadurch nicht beeinflusst würde, sollen alle Möglichkeiten zu Einsparungen wie durch Doppelnutzung von Räumlichkeiten ausgeschöpft werden. Auf Basis dieser Beschlüsse kann Architekt Namberger, der bereits die Grundschule entwarf, nun in die Planung einsteigen.