Oberberkirchen/Geiselharting – Mit ungebrochenem Lebensmut, auch geistig sehr vital, machte Johanna Gary aus Geiselharting 90 Lebensjahre voll. Aufgeschlossen erzählt sie über ein langes Leben voller Ereignisse, das nicht immer einfach war. Oberbergkirchen wurde zur zweiten Heimat, wo sie sich auch sichtlich wohlfühlt.
Die Jubilarin ist ein echtes „Münchner Kindl“ und wohnt seit 1978 in Geiselharting, wo sie auch mit Verwandten und der Nachbarschaft den Jubeltag feierte. Johanna wurde in München im November 1927 in die Familie Anton und Cilli Gary geboren. Nach dem Volksschulbesuch in München erlernte sie den Beruf einer Schneiderin, war anschließend als Familien- und Altenpflegerin tätig.
Den Krieg hat sie mit Bombenangriffen hautnah miterlebt. „Wir wurden zweimal, in der Sendlinger- und Hildegardstraße, ausgebombt und haben mit vier Familien im Keller gewohnt.“ Die Jubilarin ist ein Naturmensch und wollte aufs Land, in eine waldnahe Gegend, zuerst sichtete ich ein Traumhaus in den Bergen, da reichte das Geld nicht, war so teuer wie in München. „Das Beste, was ich für mein Geld kaufen konnte, war das Wohnhaus in Geiselharting, da fühlte ich mich seit 1978 pudelwohl und glücklich“, erzählt die Jubilarin lächelnd.
Bis zum Rentenalter fuhr sie noch zehn Jahre täglich mit dem Zug nach München zur Arbeit: „Ein Auto hab ich mir nicht leisten können, hatte nie einen Führerschein und war zeitlebens zu Fuß oder mit dem Fahrrad unterwegs“. Im Alter kaufte sie ein Fahrrad mit Hilfsmotor. Im Ruhestand wurde das Eigenheim mit Garten saniert. Mit Luitpold Brandl lebt sie jetzt darin in Wohngemeinschaft und fühlt sich pudelwohl. Sie war Mitglied im Turn- und Alpenverein, unternahm, so lange es ging, gerne Bergwanderungen – zehn Kilometer waren keine Seltenheit. Informationen holt sie sich aus dem Fernsehen, sie macht aber auch gerne Kreuzworträtsel. Sie gibt unumwunden zu: „Oberbergkirchen ist meine zweite Heimat geworden!“
Die Glückwünsche der Gemeinde überbrachte Bürgermeister Michael Hausperger, vom Pfarrgemeinderat gratulierte Christine Gossert, beide überreichten ein Präsent. fma