Neumarkt-St. Veit – Es wird wohl erst im ersten Quartal des Jahres 2018 der Fall sein, dass auch der dritte Bauabschnitt angeschlossen sein wird. Denn mit der Vertragsunterzeichnung Anfang 2017 begann die Frist für die Deutsche Telekom, die Breitbanderschließung binnen eines Jahres umzusetzen.
„Bis zu 400 MBit sind hier möglich. Da spürt man schon fast den Wind vom WLAN.“
Erwin Baumgartner zum
Internetausbau in Neumarkt-St. Veit
Fraßbach, Unterwiesbach und Hönning, Elsenbach und Umgebung sowie Straß, Grafing und Aich/Himmelsberg erhalten dann höhere Bandbreiten. Aktuell baut die Telekom außerdem im Bereich zwischen der Bahnhofstraße und der Birkenstraße das Breitbandnetz aus. „Eigenwirtschaftlich“, informierte Baumgartner über diese Maßnahme, die noch bis Ende dieses Jahres abgeschlossen sein soll. Bis zu 100 MBit sollen dann erreicht werden, was auch daran liegt, dass seit dem 13. Oktober 2017 das Vectoring-Verbot aufgehoben ist und somit größere Bandbreiten ohne allzu viel Aufwand möglich sind.
Baumgartner sagte aber auch, dass es für weitere Ausbauten der Internetversorgung im Ortskern von Neumarkt-St. Veit keine Förderung gibt, weil es bereits hohe Anschlusswerte gebe. Vodafone und KabelDeutschland hätten hier schon beachtliche Ausbauten vorgenommen. „Bis zu 400 MBit sind hier möglich. Da spürt man schon fast den Wind vom WLAN.“
400 Mbit sind es im Außenbereich nicht, aber Bandbreiten von bis zu 50 Mbit pro Sekunde sind seit Dezember 2015 bereits in Gmain, Wiesbach und im Gewerbegebiet an der Wintermeierstraße möglich, außerdem in Feichten und im Gewerbegebiet an der Landshuter Straße.
Hörbering, Kindhofen, Teising und Bubing profitieren ebenfalls seit knapp zwei Jahren von schnelleren Bandbreiten. Das Beste daran: Der Anschluss von 589 Haushalten kostete der Stadt aufgrund der günstigen Zuschüsse nur rund 80000 Euro.
Im zweiten Abschnitt wurden Oberndorf und Frauenhaselbach ausgebaut, erläuterte Baumgartner, der von einer Investitionssumme von 176000 Euro sprach, 111000 Euro davon kamen als Zuschuss vom Freistaat. Rund 180 Haushalte profitieren seit Dezember 2016 vom Ausbau mit Übertragungsraten bis 50 MBit.
Mit den bereits abgeschlossenen oder noch laufenden Verfahren ist die Erschließung mit schnellem Intenet aber lange noch nicht abgeschlossen. Als Höfebonus erhält die Stadt Neumarkt-St. Veit eine Förderung von über einer Million Euro, um die Glasfaser bis zum Haus zu verlegen. Darüber hinaus hat Neumarkt-St. Veit als einzige Gemeinde im Landkreis neben Buchbach und Egglkofen einen Leerrohrmasterplan erstellen lassen, der als Grundlage für das weitere Verlegen von Leitungen dienen soll. „Die Plankosten in Höhe von 49000 Euro wurden zu 100 Prozent aus dem Bundesprogramm gefördert“, informierte Baumgartner.
Auch freies WLAN (Bayern-WLAN) gibt es in Neumarkt-St. Veit. Die Stadt hatte dies für das Freibad und für den Bahnhof beantragt: „Freibad läuft, Bahnhof noch nicht!“ Und auch am Stadtplatz gebe es eine große Abdeckung durch Freifunk, eine gemeinnützige Initiative, die noch ausbaufähig sei.
Zum Stand der Breitbandversorgung hat Baumgartner auch noch aktuelle Zahlen parat. Insgesamt gibt es in Neumarkt-St. Veit 2135 Adressen, die es mit schnellem Internet zu versorgen gelte. 1772, das entspricht 83 Prozent aller Haushalte verfügen bereits über mehr als 30 MBit. 233 Haushalte surfen mit 16 bis 29 MBit im Internet (elf Prozent). Und sechs Prozent (130 Haushalte) haben weniger als 15 MBit. Baumgartner bemerkte zu ausstehenden Erschließungsmaßnahmen, dass vor allem Einzelanschlüsse mit bis zu 16000 Euro sehr teuer werden könnten. „Die Ausbaubereiche müssen aber erst noch festgelegt werden.“