Heldenstein – Die Landwirte aus Haigerloh, Etzham und Niederheldenstein sind beunruhigt. Sie befürchten rund um ihre Höfe ein Wasserschutzgebiet, das Auswirkungen auf ihre Betriebe haben könnte.
Die Stadt Waldkraiburg braucht einen weiteren Brunnen, um das Industriegebiet nördlich der Daimlerstraße zu erweitern. Die Entwicklung scheitert bislang am Brunnen IV und dem dazugehörigen Wasserschutzgebiet. Aus diesem Grund wollen die Stadtwerke einen neuen Brunnen bohren, der den Brunnen IV ersetzen soll.
Bestimmungen
festlegen
Aus diesem Grund sind drei Probebohrungen in der Nähe von Haigerloh geplant. Die Landwirte befürchten bei der Versammlung beim Alten Wirt, dass die Fließrichtungen bei einer Entscheidung eher politisch als fachlich behandelt werden würden. Für Heldenstein komme dieser Platz für eine Brunnenbohrung nicht in Frage, war auf der Versammlung der Tenor. Höchste Aufmerksamkeit sei deshalb bei den betroffenen Landwirten erforderlich. Bei der Versammlung wurde klar, dass die Einschränkungen durch ein Schutzgebiet für die Landwirte der Ortschaften Haigerloh, Etzham und Niederheldenstein existenzgefährdend seien und sich die Gemeinde Heldenstein gegen einen weiteren Brunnen für Waldkraiburg an der geplanten Stelle in Haigerloh aussprechen müsse.
Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer bestätigt eine mit den Stadtwerken Mühldorf inhaltlich gute Zusammenarbeit, dort stehe man hinter den Bauern, auch unter Berücksichtigung des übrigen Bedarfs. Man müsse bei allen Sitzungen dabei sein, um wirkliche Schlüsse ziehen zu können. Vieles, wie die Fließrichtung, könne man nicht bestimmen, es sei eine feststehende Größe.
Wie sieht die rechtliche Situation aus? Was kann die Gemeinde tun? Wichtig sei eine Bedarfsermittlung für die Trinkwasserversorgung. Hier wäre ein Rechtsgutachten erforderlich, über das der Bedarf für die betroffenen Gebiete ermittelt werden könne. Eine Festlegung der Bestimmungen sei zwingend erforderlich. Auch die Geologie müsse bei all dem berücksichtigt werden (Wasserqualität, Wassermenge).
Bürgermeister Helmut Kirmeier berichtet, dass er seit seiner Amtseinführung zum Thema Wasserschutz keine klaren Aussagen erhalten habe. Zu den von Waldkraiburg geplanten drei Bohrungen wurde zwar nachgefragt, wo gebohrt werden könne, die Nutzung der Brunnen muss jedoch eigens besprochen und abgeklärt werden. Bis heute gebe es keinen Vertrag zu den Projekten, es wurden keine Genehmigungen zu Grundnutzungen erteilt. Außer zu Probebohrungen sei nichts zugesagt, nichts geregelt worden.
BBV-Kreisobmann Ulrich Niederschweiberer sagte dazu, ihm sei es wichtig anzumerken, dass dieses Thema nicht nur die Landwirte betreffe. Vielmehr müsse sich jede Gemeinde mit ihren Entwicklungen und Erweiterungen einbringen. Dazu sei es notwendig, mit Ernsthaftigkeit zusammen zu arbeiten. BBV-Ortsobmann Josef Höpfinger regte an, regelmäßig Stammtischtreffen mit den Gemeinderäten und interessierten Bürgern abzuhalten, um aktuelle Themen zu besprechen und Meinungen zu diskutieren.
Alle Lebensformen
berücksichtigen
Auch das Thema Flächennutzungsplan beschäftigte die Landwirte. Es habe sich herausgestellt, dass der Flächennutzungsplan für Heldenstein einen Landschaftsschutzplan beinhaltet. Die Landwirte fordern, dass der Landschaftsschutzplan aus dem Flächennutzungsplan gestrichen wird, da hiermit große Einschränkungen für die landwirtschaftliche Bewirtschaftung zu befürchten seien.
Gewerbegebiete und Wohngebiete würden geplant mit Straßen und damit Zerstörung von Grünland (Viehfütterung). Immer mehr Bauland auszuweisen, bringe viele Kosten mit sich, andererseits werde die Landwirtschaft stark eingeschränkt. Sinnvoller wäre die Berücksichtigung aller Lebensformen, auch die der Landwirtschaft mit ihren vielfältigen Bedürfnissen.
Wichtiges Schlusswort von Ulrich Niederschweiberer: Informationen müssen alle Bürger erreichen, alle Bürger müssen dafür von sich aus Interesse zeigen, und sich am Gemeindeleben und an Gemeindesitzungen beteiligen.
Des Weiteren diskutierten die Landwirte den Einsatz von Glyphosat und bewerteten das „Greening“ als positiv. Mit der Zwischenfrucht auf den abgeernteten Feldern, ist Nahrung für Insekten auch in der kalten Jahreszeit gesichert, ebenso für Vögel und neben Deckungsmöglichkeit auch für Wildtiere.