Töging – Nach dem Kauf eines acht Hektar großen Grundstücks hat die Stadt Töging jetzt einen zweiten größeren Grundstückskauf getätigt: Insgesamt zehn Hektar Grund gehen zu Beginn nächsten Jahres in den Besitz der Stadt über.
Es handelt sich dabei um etwa 20 Grundstücke – mit einer Größe zwischen 90 Quadratmeter und etwa 1,5 Hektar Fläche. Die Grundstücke gehörten ursprünglich zu den Innkraftwerken. Vor etwa Jahren ging das Innkraftwerk an den Verbund über. Das Unternehmen wollte aber nur die betriebsnotwendigen Grundstücke behalten, der Rest blieb bei Eon.
Schon damals hatte die Stadt Interesse an den Flächen, eine Einigung kam aber nicht zustande, wie Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst auf Nachfrage erklärte. Verkauft wurde damals nur der Sportplatz an die Stadt, andere Grundstücke gingen an Privatpersonen. Jetzt sei der Grundstücksverkauf wieder ein Thema geworden.
Bürgermeister Dr. Tobias Windhorst spricht von einem Glücksfall, dass der Kauf geklappt habe. „Wir haben ein gutes Gesamtpaket geschnürt.“ Bei den zehn Hektar Grund seien Flächen dabei, die für die innerstädtische Wohnbebauung sehr interessant seien.
Eine 1,5 Hektar große Fläche in der Froschau zum Beispiel habe das Potenzial als Baugrund. Im Gegenzug habe die Stadt aber auch Flächen übernommen, die „wirtschaftlich wenig Wert“ haben. Darunter zum Beispiel ein Waldstück beim Hundeplatz oder das Grundstück, auf dem die Tennisplätze gebaut sind. Windhorst spricht von einem Sammelsurium an Bau-, Ausgleichs- und Tauschflächen, darunter aber auch kleinere Bereinigungsgrundstücke.
Insgesamt hat die Stadt 1,5 Millionen Euro in den Grundstückskauf investiert. Erst im September hat die Stadt ein acht Hektar großes Grundstück für 1,05 Millionen Euro gesteigert, das als Ausgleichs- und Tauschfläche dienen soll. Windhorst spricht von einem der größten Grundstücksgeschäfte, die die Stadt in der Vergangenheit wohl gemacht habe. Wie kommt es, dass Töging einen so großen finanziellen Spielraum hat? Zum einen rechnet die Stadt für dieses Jahr mit einer Gewerbesteuer von etwa sechs Millionen Euro.
Angesetzt im Haushalt sind drei Millionen Euro. Zum anderen hat die Stadt eine Zinsnachzahlung in Höhe von 1,8 Millionen Euro erhalten. „Die Mehreinnahmen legen wir nicht auf die hohe Kante“, sagt Bürgermeister Tobias Windhorst. Zeitlich sei vieles zusammengefallen und „man muss auch mal Glück haben“.
Dazu zählt auch, dass in den Verträgen eine Wertaufbesserungsklausel nicht berücksichtig worden ist, so wie es der Verhandlungspartner ursprünglich wollte. Diese hätte nämlich besagt, dass bei einem Weiterverkauf der Grundstücke innerhalb der nächsten fünf Jahre 50 Prozent der Wertsteigerung wieder zurückgezahlt werden müssen.
„Die Verhandlungen haben sich gelohnt“, ist sich Windhorst sicher. Und so hat es auch der Stadtrat gesehen, der den Grundstückskauf einstimmig abgesegnet hat. Den Kauf bezeichnet Windhorst als „große, vernünftige Lösung“ – mit Vorteilen für Töging. Denn die Stadt habe es nun in der Hand, dass sich auf den innerstädtischen Flächen die Wohnbebauung weiterentwickeln könne.