Aus der Bürgerversammlung

Gemeinde verteilt Geld an Vereine

von Redaktion

„Es ist viel geleistet worden im zu Ende gehenden Jahr. So kann die Gemeinde getrost in die Zukunft blicken“, lautete das Resümee von Erhartings Bürgermeister Georg Kobler anlässlich seines Tätigkeitsberichts bei der Bürgerversammlung.

Erharting – Zu Beginn blickte der Rathauschef zurück auf das Jahr 2016. Nachdem das Landratsamt Mühldorf angekündigt hatte, die Flüchtlingsunterkunft am Fischerweg wegen der hohen Nebenkosten zum 31. Oktober zu schließen, erwirkte man nach eingehenden Beratungen mit den Behördenvertretern, dass die Kündigung des Mietvertrags zurückgenommen und ein neuer Mietvertrag auf unbestimmte Zeit geschlossen wurde. Als Anfang dieses Jahres die sieben Asylbewerber nach und nach mit unbekanntem Ziel freiwillig wegzogen, kündigte der Landkreis im Mai schließlich endgültig die Unterkunft. Kobler bedankte sich bei allen Bürgern für ihre Offenheit sowie bei den engagierten Mitgliedern des Koordinationskreises Asyl zu. „Sie haben hervorragende ehrenamtliche Arbeit geleistet, um den Asylbewerbern die deutsche Sprache und die bei uns üblichen Lebensweisen näherzubringen und sie positiv in das Leben in Erharting zu integrieren.“

Keine Verwechslungen bei der Postzustellung habe es mehr gegeben, seit Straßenname und Hausnummerierung im Gewerbepark Frixing geändert wurden. Der Bereich heißt nunmehr lediglich „Gewerbepark“ und die Hausnummern verlaufen von „10“ aufwärts. Mit der Maßnahme trug man dem Anliegen eines Anwohners Rechnung. Neben den Schwierigkeiten bei der Postzustellung hatten sich wiederholt ortsunkundige Lkw-Fahrer verfahren, weil ihre Navigationsgeräte aufgrund der ähnlichen Straßenbezeichnung „Frixing“ und „Gewerbepark Frixing“ den falschen Zielort anvisiert hatten.

Lob an Ehrenamtliche im Asyl-Helferkreis

Eingehend informierte der Bürgermeister über den Austausch der beiden Abwasserpumpen in der Pumpstation am Fischerweg, über die Sanierung des Abwasserkanals im Dornbergweg sowie über die geplanten Maßnahmen zur geordneten Ableitung des Quell- und Oberflächenwassers im Bereich der Keltenstraße. „Durch den Einbau der zwei neuen Pumpen, verbunden mit längeren Pumplaufzeiten, können Geruchsbelästigungen abgebaut und Stromkosten reduziert werden“, bekräftigte Kobler. In rund sieben Jahren werde sich der Austausch amortisiert haben. Neben den erheblichen Einsparungen bei den Stromkosten fallen künftig auch die jährlichen Instandhaltungskosten in Höhe von rund 5000 Euro weg. Die Kosten für den Kauf der neuen Pumpen tragen die drei Mitgliedsgemeinden der Verwaltungsgemeinschaft Rohrbach zu gleichen Teilen.

Circa 160 Meter Kanalschäden konnten am Dornbergweg durch den Einbau eines sogenannten Inliners behoben werden. Dieser verhindert zuverlässig, dass Schmutzwasser austritt; Fremdwasser kann nun nicht mehr in den Kanal einfließen. Damit im Bereich der Keltenstraße bei Starkregen das Quell- und Oberflächenwasser geordnet abfließen kann, wird am Ende des Waldes das vom Berg herabströmende Wasser durch ein Absetzbecken von Steinen, Ästen, Geröll und Schlamm getrennt. Über einen zweiten offenen Graben fließe das Oberflächenwasser schließlich in den Schoßbach. Die betroffenen Grundstückseigentümer hätten mittlerweile grünes Licht für die Baumaßnahme gegeben; auch die Genehmigung zum vorzeitigen Baubeginn liegt vor. „Jetzt prüft das Wasserwirtschaftsamt Rosenheim noch mit der Regierung von Oberbayern, wie dieses Vorhaben am besten vom Freistaat gefördert werden kann.“

Als Ausgleichsfläche konnte die Gemeinde das knapp ein Hektar große Grundstück erwerben, das einst als Standort für die geplante Kläranlage der drei Mitgliedsgemeinden vorgesehen war. Weitere zehn Hektar land- und forstwirtschaftliche Fläche als Ersatzgrund für anderweitig benötigte Grundstücke kaufte die Kommune in der Gemarkung Erharting und Oberhofen.

LED: Stromeinsparung bis zu 74 Prozent

Als geplante Vorhaben nannte Kobler die Urnenwand auf dem Gemeindefriedhof, die Straßenbeleuchtung an der Hauptstraße, die Neuregelung der Zuschüsse an die Ortsvereine sowie die weitere Verwendung des alten Schulhauses. Bisher war der freie Platz südöstlich des großen Holzkreuzes für Urnengrabstätten als Erdbestattungen vorgesehen. Inzwischen hätten zwei Steinmetzbetriebe Planzeichnungen für eine Urnenwand beziehungsweise Urnenstelen abgeliefert. „Sobald die Kostenangebote vorliegen, wird der Gemeinderat entscheiden“, kündigte der Rathauschef an.

Nachdem Langfeldleuchten auf Peitschenmasten in die Jahre gekommen sind, überlegt die Kommune nun, die Straßenbeleuchtung an der Hauptstraße und in Vorberg auf LED umzurüsten. „Wir versprechen uns davon Stromeinsparungen bis zu 74 Prozent“, betonte Kobler. Eine Kostenamortisation sei bereits nach sechs Jahren möglich. In Kürze wolle die Bayernwerk AG dem Gemeinderat ein Angebot für eine LED-Beleuchtung unterbreiten.

Die Neuregelung der Vereinszuschüsse, die die Weisung aus dem Jahr 1994 ersetzt, sieht vor, alle gemeinnützigen Ortsvereine mit Zuschüssen zu bedenken. Pro Jahr werden 5000 Euro verteilt. „Die Vereine wurden aufgefordert, die Anzahl der Mitglieder zu melden und zusätzlich Angaben zur qualifizierten Jugendarbeit zu machen“, berichtete der Bürgermeister. Diese Informationen lägen nun vor; der Gemeinderat kann nun über die Verteilung des Geldes beraten.

Da das alte Schulhaus am Ortsanfang kein schönes Bild abgibt, sind Gespräche mit einem Architekturbüro vorgesehen, um das Gebäude einer sinnvollen Nutzung zuzuführen.

Grünes Licht für Eicher

Landrat Georg Huber lobte in seinem Grußwort die geordnete finanzielle Situation Erhartings sowie den guten Zusammenhalt in der Gemeinde. Neben der Neuordnung des Einheimischenmodells und seinem Dank an alle Bürger, die sich ehrenamtlich in der Flüchtlingshilfe oder anderen Hilfs- und Rettungsorganisationen einsetzten, ging Huber auf die Teilfortschreibung des Landesentwicklungsprogramms ein. Der Entwurf hat kürzlich den Bayerischen Landtag passiert; die Umsetzung deutete Huber zum Frühjahr 2018 an. Damit können dann künftig auch Bauvorhaben wie das von Anton Eicher verwirklicht werden. Der Erhartinger Bäcker- und Konditormeister möchte schon seit Längerem gegenüber der Autobahnauffahrt in Richtung Passau seinen Betrieb neu errichten. Mit der Ausweisung von Gewerbegebieten entlang der Autobahnen wolle man die Infrastruktur in vernünftige Bahnen lenken, so der Landrat abschließend. mia

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