Rattenkirchen – Begleitet von einer großen Trauergemeinde, denn der Verstorbene war ob seiner stillen, bescheidenen und hilfsbereiten Art ein beliebter Gemeindebürger, fand Josef Rothwinkler seine letzte Ruhestätte.
Während der kirchlichen Feier wurde aus seinem Leben berichtet, das geprägt war von vieler Arbeit und so manchem Schicksalsschlag. Am 24. August 1932 wurde Josef Rothwinkler als drittes Kind der Eheleute Josef und Maria Rothwinkler in Haun geboren. Zusammen mit seinen fünf Schwestern verbrachte er eine glückliche Kindheit, die aber die Mitarbeit auf dem elterlichen Hof verlangte. Nach dem Besuch der Schule in Rattenkirchen erlernte er den Beruf eines Wagners. Als er 17 Jahre alt war, verstarb sein Vater, und seine Arbeitskraft auf dem Hof war noch stärker gefordert. Beruflich wechselte er zum Zimmermann und arbeitete lange bei der Zimmerei Müller in Lauterbach.
1957 lernte er seine Frau Anneliese beim Tanzen in Haigerloh kennen und lieben, am 12. Oktober 1960 ging er mit ihr den Bund der Ehe ein. Man zog ins elterliche Anwesen nach Haun, das Josef übernahm. Dem jungen Paar wurden mit Josef und Anna zwei Kinder geschenkt, die das familiäre Glück vollkommen machten.
Verreisen wollte er nie, das ließ die Arbeit auf dem Hof nicht zu. Josef Rothwinkler war ein Mensch, der über einen ausgeprägten Familiensinn verfügte und für den die Familie einen hohen Stellenwert hatte. Sie gab ihm den nötigen Halt, als sein Sohn bei einem Unfall ein Bein verlor und sich bei ihm selbst größere gesundheitliche Probleme einstellten.
Freude in sein Leben brachten die vier Enkel, die ihn regelmäßig besuchten. Besonders hart traf ihn der Tod seines Sohnes im August vergangenen Jahres, über den er nicht hinweg kam. Josef Rothwinkler nahm regen Anteil am gesellschaftlichen und kirchlichen Leben seiner Heimatgemeinde. So war er Mitglied bei den Hauner Schützen, der Feuerwehr, des Obst- und Gartenbauvereins sowie des Zimmereivereins Kraiburg und unterstützte über 60 Jahre lang die Marianische Männerkongregation.
Seinem erlernten Beruf eines Wagners blieb er bis ins hohe Alter treu und fertigte mit seinen 85 Jahren immer noch Eisstöcke an. Am 23. November schloss er zu Hause im Kreise seiner Familie für immer seine Augen.krl