Adventskonzert der Mettenheimer Bläser

In himmlischen Sphären

von Redaktion

Das im zweijährigen Rhythmus stattfindende Adventskonzert der Mettenheimer Bläser (MBL) hat mittlerweile Tradition und fand in der nahezu voll besetzten Mettenheimer Pfarrkirche St. Michael auch dieses Mal wieder großen Anklang. Die Leitung hatte Detlev Jakob.

Mettenheim – Weihnachtlich-festlich hallte der Choral „Vom Himmel hoch“ durch den sakralen Raum, bevor Diakon Manfred Scharnagl alle Anwesenden herzlich willkommen hieß und zu einer Stunde des Innehaltens einlud; das Konzert sei eine geschenkte Stunde im Trubel der „staden“ Zeit, in der sich jeder von der Musik begeistern und in andere Sphären tragen lassen könne.

Welche Musik hätte auf diese einführenden Worte besser gepasst als die „Ouverture“ zu Georg Friedrich Händels „Feuerwerksmusik“, einem der bekanntesten Werke der Barockzeit. Majestätisch erfüllten die auch in der Urfassung ausschließlich für Bläser und Pauken vertonten Klänge das Kirchenschiff und ließen das prächtige Feuerwerk der Uraufführung, 1749 im Londoner Green Park, vor dem geistigen Auge so manchen Zuhörers vorüberziehen. Der ruhig fließende dritte Satz „La paix“ („der Friede“) erklang sanft im pastoralen Siciliano-Stil und mündete schließlich im strahlenden, finalen Menuett der eigentlich aus sechs Sätzen bestehenden Suite.

Nicht weniger packend dann „Nessun dorma“ („Keiner schlafe“), eine der berühmtesten Tenorarien aus Giacomo Puccinis „Turandot“. In Mettenheim gelang eine geschmeidige, effektvolle Version für Blasorchester, in der sich der „heldenhafte“ Solopart durch sämtliche Register zog.

Unbeschwert und fröhlich ging es weiter mit der „Elisabeth-Serenade“ von Ronald Binge. Die Leichtigkeit der von jubilierenden Flöten- und Klarinettentönen ummantelten Melodie ließ die Herzen der Zuhörer höher schlagen und stimmte auf den weiteren, vom Charakter her etwas moderner gehaltenen Teil des Programms ein:

„Choral“, ein von Bachscher Polymetrie geprägtes Stück von Ted Huggens, punktete durch zeitgemäßen Sound nebst rockigem Schlagzeugrhythmus (am Drumset: Lukas Kafurke, elf Jahre alt) und brachte wie das nachfolgende „Spiritual Moments“ von Dizzy Stratford vorweihnachtlichen Schwung ins Publikum. Der ein oder andere, vor allem junge Zuschauer klatschte „heimlich“ mit, als die einzelnen Spirituals dieses Bläsermedleys – „Go Down Moses“, „Deep River“ und „Kumba Yah“ – ertönten.

Mit einem klangvollen, in der Choralbearbeitung für Blasorchester von Otto M. Schwarz fast militärisch anmutenden „Es ist ein Ross entsprungen“ kehrte man am Ende wieder in die Heimat zurück und krönte den Abschluss mit dem „Abendsegen“ aus der spätromatischen Oper „Hänsel und Gretel“ von Engelbert Humperdinck.

Mit lang anhaltendem Applaus bedankte sich das bewegte Publikum bei den Musikern und sparte auch beim Glühwein-Empfang nicht mit Lob und Spenden für den MBL-Nachwuchs.

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