Mühldorf – In der evangelischen Erlöserkirche Mühldorf fand das diesjährige Adventskonzert „Klänge zum Advent“ statt. Chorleiterin Christine Müller mit dem Posaunenchor hatte dazu eingeladen und den Abend mit dem Chorstück Rorate coeli desuper von Heinrich Isaac, einem Altmeister der Renaissance, eröffnet.
Mit der Choralbearbeitung „Wachet auf ruft uns die Stimme“ aus den Schübler Chorälen von Johann Sebastian Bach, zeigte der wohl abgestimmte Bläserchor sein Können. Die sicher vorgetragene Basslinie der Tuba wurde von der tänzelnden Überstimme der Trompeten umspielt und bettete sogleich den cantus firmus der Posaunen in ein homogenes Klangbild. Das Kammerorchester unter der Leitung von Max Fandrey antwortete mit dem Einzug der Königin von Saba aus dem Oratorium Salomon von Georg Friedrich Händel. Das souveräne Wechselspiel der Streicher mit den Flöten und Klarinette bereitete die Zuhörer auf das erste Orgelstück des Abends vor.
Mit der Fantasia g-Moll von Johann Sebastian Bach ließ Markus Speckbacher die Orgel erklingen. Die gekonnte Registrierung und sein sauberer Vortrag zeigten schon in den ersten Phrasen, welche Vielfalt in dem neuen Instrument steckt. Mit einem Madrigal für zwei Bläserchöre von Hans Leo Hassler leitete der Posaunenchor in einem achtstimmigen Finale das Ende des ersten Teils des Abends ein. Mit seinem virtuosen Vortrag „der“ Toccata und Fuge d-Moll von Bach zeigte Markus Speckbacher, dass die Orgel nicht umsonst als Königin der Instrumente bezeichnet wird.
Das Kammerorchester mit Solistin Michaela Mairock entführte die Zuhörer mit ihrem zarten Spiel auf der Traversflöte und einem gefühlvollen Stück von Ennio Morricone in eine andere Zeit. Die leisen Töne wurden von den Oberstimmen des Posaunenchores mit der Arie „Denn er hat seinen Engeln befohlen über dir“ aus dem Oratorium Elias übernommen und im Wechsel zwischen Ober- und Unterstimmen im klaren Ausdruck gefühlvoll vorgetragen. Die erfrischende Melodie in der Suite Nr. 4 von Manfred Ammer, gespielt vom Streichorchester, leitete auf das Intermezzo D-Dur von Max Reger über. Auch hier wurden vom Organisten im perfektem Spiel die unterschiedlichen Klangfarben der Orgel vorgestellt. Johanna Eichberger an der Gitarre und Max Fandrey an der Mandoline spielten im Duett mit dem Kammerorchester zwei Musikstücke von Johow und Branduardi.
Auch die Gemeinde wurde zwischen den einzelnen Vorträgen immer in das Konzert eingebunden und sang ansprechende Adventslieder. Geheimnisvoll schwebte gegen Ende des Konzertes der sonore Ton der Tuba im voll besetzten Kirchenraum, als Streicher und später die Bläser mit mystisch klingenden Tönen die Rauhnacht von Hubert Meixner intonierten. Der Schlussakkord der beiden Klangkörper wurde von der Orgel übernommen und stimmte zum gemeinsam gespielten und gesungenen Gemeindelied „Tochter Zion“ an.
Stehender und lang anhaltender Applaus waren der Dank für die Ausführenden, die ohne Gage die Stunde der Musik gestalteten.