Wasserwirtschaftsamt Rosenheim

Risiken können nur minimiert werden

von Redaktion

Das Thema Hochwasser und Starkregen bei der Bauleitplanung standen im Mittelpunkt der Bürgermeisterversammlung im Bischof-Bernhard-Haus in Kraiburg. Bürgermeistersprecher Dr. Karl Dürner stellte die Wichtigkeit dieser Themen bei der künftigen Planung in den Gemeinden heraus.

Kraiburg – Der Freistaat Bayern setzt im Umgang mit Hochwasser auf ein vorausschauendes Risikomanagement. Im Rahmen des Hochwasserrisikomanagements werden Hochwassergefahren und -risiken abgeschätzt und bewertet und anschließend Maßnahmen entwickelt, mit denen die Risiken nachhaltig reduziert werden können.

„Dabei gilt es zu bedenken, dass es eine hundertprozentige Sicherheit vor Hochwasser nicht geben kann und stets ein Restrisiko verbleibt. Ein wichtiger Teil des Risikomanagements ist es daher, auch extreme Hochwasserereignisse zu betrachten, die durch klassische Hochwasserschutzmaßnahmen, wie beispielsweise Deiche und Überschwemmungsflächen, alleine nicht beherrschbar sind“, erklärte Michael von Berg vom Wasserwirtschaftsamt Rosenheim.

Das Thema Hochwasser betrifft viele unterschiedliche Belange wie beispielsweise kommunale Planung, Katastrophenschutz, Landwirtschaft und Naturschutz. Hochwasserrisikomanagement zielt drauf ab, einen Risikodialog zwischen den verschiedenen Akteuren anzustoßen. Hier gilt: Gemeinsam können wir mehr erreichen als im Alleingang. „Jeder kann mit Maßnahmen aus seinem Zuständigkeitsbereich zur Risikominderung beitragen“, erläuterte von Berg.

Bei 100-jährlichen Hochwassern und Starkregen sind die Kanalsysteme in den Gemeinden, so von Berg, nicht dafür ausgerüstet diese Wassermassen zu bewältigen.

Dem pflichtete Dr. Karl Dürner bei. „Die Kanalisation auf diese Hochwasser und Starkregen auszurichten kann kein Mensch bezahlen“, sagte Dr. Karl Dürner. Nach den Worten von Michael von Berg können Starkregen und extremere Hochwasser wie 100-Jährliche in der Zukunft nicht mehr ausgeschlossen werden.

Er plädierte dafür in den Bauleitplänen der Gemeinden festzulegen, dass die Bauleitpläne diesen Anforderungen angepasst werden. Konkret schlug er vor Schneisen einzuplanen, die das Wasser ableiten sollen.

Die Häuser sollten so konzipiert werden, dass das Wasser nicht ebenerdig ins Haus eindringen kann. Kellerschächte sollten gesichert und Kellerfenster wasserdicht sein. Auch die Absicherung mit Elementarversicherungen sei ein wichtiges Thema der Risikominimierung.

Von Berg plädierte vor den Bürgermeistern des Landkreises dafür, überschwemmungsgefährdete Gebiete aus der Bauleitplanung der Kommunen heraus zunehmen.

Er sprach sich dafür aus, die Zusammenarbeit zwischen dem Wasserwirtschaftsamt und den Gemeinden im Landkreis Mühldorf weiter auszubauen.

Mit Michael Holzmann stellte er den neuen Abteilungsleiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim für den Landkreis Mühldorf den Bürgermeistern vor.

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