1.Was war das wichtigste Ereignis des vergangenen Jahres?
Das einschneidendste Ereignis war für mich die Vereidigung Donald Trumps zum amerikanischen Präsidenten im Januar. In der Wirkung hat mich diese Präsidentschaft und die Art und Weise der Amtsführung doch das ganze Jahr über beschäftigt, und oft auch geärgert, geängstigt und aufgeregt. Wie dieser mächtige Mann mit anderen Menschen, Organisationen, Staaten oder der Presse umgeht, ist für mich beunruhigend. Da mag ich unseren Papst Franziskus viel lieber, der für Ausgleich, Versöhnung und Nachhaltigkeit einsteht! Und ich habe auch die Hoffnung, dass als Gegenbewegung zur amerikanischen Politik Solidarität und Verantwortungsbewusstsein stärker werden. Aber nicht nur die große Politik war mir im vergangenen Jahr wichtig: Mit dem 100. Kreisjugendgottesdienst haben wir ein richtiges Highlight der kirchlichen Jugendarbeit erlebt! Fast 90 Sängerinnen und Sänger haben sich am Projektchor unter Leitung von Kathi Stimmer-Salzeder beteiligt, den Gottesdienst haben Jugendliche aus allen Verbänden mit gestaltet und die Kirche in Waldwinkel war brechend voll!
2.Was ist die wichtigste Aufgabe für das neue Jahr?
Eine wichtige Aufgabe im neuen Jahr wird die Vorbereitung auf die internationale Ministrantenwallfahrt nach Rom sein, an der sich viele Jugendliche aus dem Landkreis beteiligen. Da diese Wallfahrt nur alle vier bis fünf Jahre stattfindet, ist es für alle Beteiligten immer etwas ganz Besonderes. Generell sehe ich für mich als Jugendseelsorger die ständige Herausforderung, die Jugend zu ermutigen, dass sie die Zukunft gestalten und sich in Kirche und Gesellschaft auf gute Weise einmischen. Hervorragende Gelegenheit dazu sind die Pfarrgemeinderatswahlen am 25. Februar. Ich hoffe, dass viele Jugendliche die Chance ergreifen, sich als Kandidaten aufstellen lassen und ihrer Pfarrgemeinde ihren „Stempel“ aufdrücken. Bei dem fortschreitenden Trend, dass weniger hauptamtliche Seelsorgerinnen und Seelsorger in den mittlerweile sehr großen Pfarrverbänden tätig sind, kommt es mehr und mehr auf Initiativen der Gemeinden selber an. Ich sehe im Landkreis herausragende Beispiele lebendiger, engagierter Gemeinden! Vor allem in der Begleitung der Landjugend erlebe ich viele junge Leute, die anpacken. Begeistert bin ich immer wieder von der Art und Weise, wie sie sich einbringen: Mit Respekt, Wertschätzung und Achtsamkeit. Wo das nicht perfekt gelingt versuchen wir gemeinsam, zu einem guten Miteinander zu gelangen. Das wird freilich auch eine Dauer-Aufgabe sein, die nie abgeschlossen ist.
3.Ihr Neujahrswunsch?
Wüsche für das neue Jahr habe ich einige: Für die Kirche wünsche ich mir, dass die Stimme der Jugend ernsthaft ein Gewicht bekommt. Eine Chance bietet die Bischofssynode im Oktober in Rom zum Thema Jugend. Für die Gesellschaft wünsche ich mir eine stabile Regierung, die zum Wohle aller Menschen in diesem Land handelt und sich im Stil von Franziskus um Ausgleich, Versöhnung und Nachhaltigkeit bemüht. Schließlich wünsche ich mir für die Jugendarbeit im Landkreis, dass die durch Elternzeit freie Stelle der kirchlichen Jugendpflegerin wieder besetzt werden kann. Und wenn wir dann im Sommer auch noch Deutschlands fünften Fußballweltmeistertitel feiern können, dann wird es ein hervorragendes Jahr!