Mühldorf/Erharting – In den vergangenen Wochen haben an zehn Orten in Bayern derartige Runden stattgefunden – auch für die Region Altötting und Mühldorf. Die Veranstaltung beim Pauliwirt in Erharting war nicht öffentlich, damit Beteiligte offen Probleme ansprechen konnte, wie der SPD-Landtagsabgeordnete und Vorsitzende des Bildungsausschusses, Martin Güll, erklärte. Er berichtete der Heimatzeitung zusammen mit dem SPD-Landtagsabgeordneten Günther Knoblauch im Anschluss an das Treffen beim Pauliwirt, wo die Schwerpunkte lagen. Martin Güll sagte, die Ergebnisse aller zehn Schulkonferenzen würden ausgewertet und in einer Klausurtagung der SPD besprochen.
Die großen Themen im Überblick:
Unterrichtsausfall: Unabhängig von der Schulart berichteten Lehrer von entfallenen Stunden. An kleineren Schulen sei es teils nicht mehr möglich, Wahlangebote zu bieten, weil es zu wenige Lehrer gebe. Den Pflichtunterricht abzudecken, habe Priorität. Martin Güll leitet daraus ab, dass unter anderem in der sogenannten mobilen Reserve – also bei den Lehrern, die bei Bedarf an verschiedenen Schulen einspringen – mehr Personal nötig ist.
Digitalisierung: Ein Thema, das bei der Schulkonferenz „häufig angesprochen“ wurde, berichtete Güll. Hier gebe es grundsätzliche Fragen der Lehrer nach entsprechenden Standards: Mit welchen Geräten sollten sie unterrichten? Was sei mit digitaler Bildung überhaupt gemeint? Einigen Kommunen fehle nach Einschätzung der Lehrer Geld für Ausstattung. Zudem müsse es IT-Fachkräfte geben, die sich darum kümmern, dass die Geräte funktionieren. Ein Punkt, den Günther Knoblauch besonders interessant fand. In der Diskussion wurde auch angemerkt, Lehrer bräuchten Fortbildungen, um auf diesen Bereich einzugehen.
Inklusion: „Die meisten sagen: Ja“, schickte Martin Güll voraus. Aber die Lehrer wünschten sich mehr Unterstützung. In einer Klasse mit 28 Kindern ein Kind mit besonderen Bedürfnissen, also ein sogenanntes Inklusionskind, aufzunehmen, sei in den Augen der Pädagogen schwierig. Ein Wunsch sei es gewesen, Fachkräfte als Unterstützung für die Lehrer einzusetzen, damit Inklusion gelinge.
Ganztagesangebote: Der SPD-Landtagsabgeordnete Günther Knoblauch sagte der Heimatzeitung, für ihn sei es interessant gewesen zu hören, dass in der Region die offenen Ganztagesangebote an Schulen ein größeres Thema seien als in den Großstädten. Dort dominierten die gebundenen Angebote. Fraktionskollege Martin Güll berichtet, die Runde in Mühldorf habe gezeigt, dass die offenen Ganztagesangebote zu gering finanziert seien. Träger seien schwer zu finden.