Feuerwehr Lauterbach

„Boandlkramer“ lässt Knie zittern

von Redaktion

Die Feuerwehr Lauterbach findet für das Gründungsfest ihren Paten in Österreich. Auch wenn dort das Patenbitten nahezu unbekannt ist, ganz so einfach machte es die Engersdorfer Wehr dann doch nicht.

Lauterbach – Die Feuerwehr Lauterbach feiert im Juli nächsten Jahres ihr 125-jähriges Gründungsfest. Was noch fehlte, war ein Patenverein. Und so machten sich die Floriansjünger aus Lauterbach auf zur Partnerfeuerwehr Engersdorf in Oberösterreich, um einen „Göd“ für das Fest zu finden.

Die Lauterbacher Feuerwehrführung und Bürgermeister Helmut Kirmeier waren offensichtlich recht nervös, weil keiner so richtig wusste, was im „Ausland“ für rauhe Sitten und Gebräuche beim „Bitten“ zu erwarten waren. Die Führung der Engersdorfer Wehr mit Kommandant Felix Stiglbauer begrüßte die Lauterbacher und auf der Bühne wartete schon der „heilige Petrus“, der sehr verwundert über den zahlreichen Besuch aus Oberbayern war. Zur allgemeinen Überraschung erschien plötzlich am anderen Ende des Saales der „Boandlkramer“ und zog das Publikum mit witzigen Monologen in seinen Bann. Anschließend mussten Rupert Höpfinger, Vorstand der Lauterbacher Wehr, Kassier Josef Weigand und die beiden Kommandanten Bernhard Höpfinger und Thomas Axenbeck mit Bürgermeister Kirmeier und dem „Verursacher“ der Partnerschaft Michael Matschi auf die Bühne, um ihr Anliegen vorzutragen. Um der Patenbitte Nachdruck zu verleihen, brachten die Engersorfer recht spitze Holzscheitl auf die Bühne, auf denen die Lauterbacher Feuerwehrführung knien sollte. Vorher wurden aber noch einige „Knieschoner„ entfernt, damit das Hinknien auch in „tiefer Erinnerung“ bleibt. Nachdem die Bitte ausgesprochen war und die Knieenden den „Oberösterreicher Marsch“ einigermaßen fehlerfrei gesungen hatten, war die schmerzhafte Prozedur für die Lauterbacher schnell wieder vorbei.

Die Patenschaft war jedoch noch nicht besiegelt. Vorher wollten die Engersdorfer noch die Festdamen und -mädchen in Augenschein nehmen. Dazu holte der „Boandlkramer“ die Festmutter Diana Höpfinger, die Patenbraut Stefanie Pfeilstetter, die Fahnenbraut Marie Mayer-Kusterer und die Festmädchen Andrea Bauer, Regina Bettstetter, Anna-Lena Hartl, Katharina Hartmetz, Ramona Hötzl und Isabell Sperr sowie Elke Wimmer auf die Bühne.

Als Gegenleistung wurde ein Fassl Freibier und Käseplatten sowie Kaffee und Kuchen vereinbart. Nach der Zusage der Lauterbacher, auch noch an einem Bittgang der Engersdorfer teilzunehmen, wurde die Patenschaft zwischen dem „Boandlkramer“ und Vorstand Höpfinger „ausgekartelt“. Der Lauterbacher Vorstand luchste ihm dabei das Kartenspiel ab, damit war die Übernahme der Patenschaft durch die Engerstorfer endgültig besiegelt.

Weniger Gutes für das Fest im nächsten Jahr verheißt nur der Regenschirm von Schirmherrn Bürgermeister Helmut Kirmeier. Der Schirm ist nämlich beim Öffnen beinahe in seine Bestandteile zerfallen, was bei den Gästen allerdings für großes Gelächter sorgte.

Kreisbrandmeister Michael Matschi erzählte vom Kennenlernen der beiden Wehren im Jahr 1994 und der langjährigen Verbundenheit mit den alljährlichen gegenseitigen Besuchen des Engersdorfer Stadlfestes und des Lauterbacher Hufeisenturnieres.

Weil in Österreich Patenbitten und groß aufgezogene Gründungsfeste nahezu unbekannt sind, bekam die Führung der Engersdorfer Wehr gleich noch einen kleinen Vorgeschmack auf nächstes Jahr, als sie beim „Lustspiel vom kleinen Mann“ von den Festmädchen und von Diakon Sepp Breiteneicher so richtig „eingeseift“ wurde.

Unter Applaus für alle Beteiligten, ganz besonders für den „Boandlkramer“, ging das Patenbitten in Österreich in den Feiermodus über. Mit der Übernahme der Patenschaft durch die Freiwillige Feuerwehr Engersdorf wurde der Grundstein für ein gelungenes Fest gelegt.ssj

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