Sie haben sich für das Heimatfilmfestival schon länger eingesetzt. Wie ist der derzeitige Stand der Vorbereitungen?
Seit rund einem Jahr arbeiten Peter Syr aus Haag und ich an dem Projekt ein Filmfestival des Neuen Heimatfilms zu veranstalten. Die positiven Reaktionen von Filmemachern, Schauspielern, aber auch aus der Politik und Wirtschaft haben uns noch stärker motiviert dies anzugehen.
Das Filmfestival ist eine periodisch stattfindende kulturwirtschaftliche Veranstaltung. Ein Heimatfilmfest gibt es bisher nicht. Das ist umso unverständlicher, als weltweit laufend neue Produktionen anlaufen, die sich mit diesem Genre beschäftigen und in der Regel große Publikumserfolge darstellen. Solche Filme sind „Irgendwie und sowieso“, „Wer früher stirbt ist länger tot“ und international auch „Brokeback Mountain“ oder „Slumdock Millionaire“. Filmemacher und Produzenten bedauern, dass es bisher keinen Ort gibt, wo verschiedene aktuelle Filmproduktionen gezeigt, diskutiert und von einer Jury beziehungsweise dem Publikum gewertet und mit Filmpreisen ausgezeichnet werden. Ein seriöses Filmfestival also, das durchaus Publikumserwartungen erfüllt, aber auch als Festival von Rang wahrgenommen wird.
Im Juli dieses Jahres haben wir einen Verein gegründet. In der Vorstandschaft finden sich mit mir als Vorsitzenden die Bürgermeisterin Sissi Schätz aus Haag und Bürgermeister Herbert Hofauer aus Altötting, Christian Syr und Prof. Thomas Burnhauser, München, und Stefan Barbarino aus Burghausen.
Gründungsmitglieder sind neben der Städte Burghausen und Wasserburg auch die Schauspieler Ottfried Fischer, Heinz Josef Braun und Johanna Bittenbinder aus Grünwald sowie Sabine Rinberger aus München. Zwischenzeitlich sind unter anderem auch die Mühldorfer Bürgermeisterin und das Hollywood-Kino Mitglieder.
Zurzeit erarbeitet Peter Syr aus Haag ein detailliertes Projektpapier und Konzept, das bis Ende April 2018 fertiggestellt sein muss. Dort wird dargelegt, was wann und wo stattfindet. Auch berufen wir zurzeit einen Beirat mit Fachleuten aus der Film- und Fernsehbranche, der die Festivalvorbereitungen begleiten soll. Hier hat zum Beispiel auch Lisa Fitz schon zugesagt.
Finanzminister Dr. Markus Söder hat Ihnen einen Förderbescheid übergeben. Reichen die Mittel für das Heimatfilmfestival aus?
Die Ausarbeitung des Konzepts ist sehr arbeitsintensiv, erfordert viele Gespräche mit Filmemachern, Filmförderern, Sponsoren und dies im ganzen Bundesgebiet und dem angrenzenden Ausland. Dazu haben wir bereits Personal angestellt.
Die Kosten dazu belaufen sich auf rund 36 000 Euro bis Ende April. Dazu erhalten wir eine 80-prozentige Förderung, dies sind rund 28 500 Euro.
Für das Festival selbst reichen diese Mittel bei Weitem nicht aus. Es gilt natürlich auch Filmfördermittel und Sponsorgelder zu generieren. Einen ersten Werbevertrag haben wir dazu mit der VR-meine Raiffeisenbank Altötting-Mühldorf abgeschlossen.
Wo und wann soll das Festival abgehalten werden? Wie stellen Sie sich die Realisierung des Festivals vor, bleibt es dabei, dass das Festival in der Stadt Mühldorf angehalten werden soll?
Das internationale Festival des Neuen Heimatfilms soll ab 3. Oktober 2019 eine Woche lang stattfinden und mit der Preisverleihung enden. Dies ist ein ehrgeiziges Ziel, aber wir sind zuversichtlich und auf einem guten Weg es zu schaffen.
Stattfinden soll das Festival in der Region 18 in den Landkreisen Mühldorf, Altötting, Traunstein und Rosenheim. Als Festivalorte sind ins Auge gefasst die Städte Altötting, Burghausen, Rosenheim, Traunstein, Trostberg, Wasserburg und die Marktgemeinde Haag. Natürlich soll auch die Kreisstadt Mühldorf a. Inn eine wichtige Rolle spielen. Dazu führen wir in nächster Zeit mit den Verantwortlichen Gespräche, mit welchen Maßnahmen und Leistungen sich die Kommunen einbringen.
Parallel zu den Premieren und Vorführungen soll ein Rahmenprogramm mit Diskussionen mit Regisseuren und Schauspieler in der gesamten Region stattfinden. Themenbereiche werden unter anderem sein Spielfilm, Dokumentarfilm, Jugendfilm, interreligiöser Film, Retroperspektiven sind die Themenbereiche, die in den einzelnen Orten zur Aufführung und Bewertung kommen.
Natürlich soll das Festival auch touristische Angebote für die Besucher in der heimischen Region enthalten, als auch unsere Region auch als Filmkulisse sich vorstellen soll.