Ampfing – Die Antworten der 16-Jährigen liegen irgendwo zwischen logisch-glaubwürdig und geheimnisvoll: In der Gegend um Ampfing hat es nicht immer zuverlässig genügend Schnee, um mit dem Schlitten zum Adventszauber anzureisen. Der Engel zu seinem Wohnort: „Das ist so weit weg…“ Und weil der Weg so weit ist, würde der Engel durch das Fliegen viel zu müde – deshalb lieber die Kutsche. „Man darf sich nicht verunsichern lassen“, erzählt Irene – mit einem strahlenden Lächeln.
Sie hat diese zauberhaften Antworten parat. Vielleicht auch, weil sie sich noch gut – und vor allem gerne – daran erinnert, wie es war, ans Christkind zu glauben. Wobei Irene in Ampfing ja der Adventsengel ist. Unterschiede, die die Kinder nicht machen. „Die freuen sich einfach und glauben, ich bin das echte Christkind.“
Die kleineren himmeln den Adventsengel oft einfach nur an. Viele seien schlicht glücklich, wenn sie vom Adventsengel einen Lebkuchen bekämen. Schon wenn Irene in der Kutsche vorfährt, ist die Freude auf dem Ampfinger Adventszauber groß: „Das ist so lieb, wenn die Kinder neben der Kutsche herlaufen.“
Im Gegensatz zu Nikolaus oder Krampus ist ein Engel eben auch eine Figur, vor der die Kinder keine Angst haben. Und das schöne weiße Kleid, die weißen Flügel, die Fanfaren, die erklingen, wenn der Adventsengel auftritt, ergeben für Buben und Mädchen wohl einfach auch einen Zauber.
Irene, die mit ihrer Familie in Ampfing wohnt, wird natürlich auch von manchen Kindern erkannt. Aber das ganze Drumherum lässt selbst diejenigen, die schon erste Zweifel am Christkind hegen, gerne glauben, dass es vielleicht doch nicht Irene ist, die sie da vor sich sehen. Die 16-Jährige hat im vergangenen Jahr auch festgestellt, dass ältere Kinder vor den kleineren nie sagten, dass es das Christkind gar nicht gebe. Irene glaubt, dass die Großen da schlicht Rücksicht nehmen.
„Mich freut es“, sagt sie über ihre Aufgabe. Irene hat mit dem Verteilen von Lebkuchen auch wirklich gut zu tun. „Da reicht ein Korb nicht“, erzählt sie. Vergangenes Jahr habe man Nachschub besorgen müssen. Da scheint es dann eben doch ein großer Vorteil zu sein, dass der Adventsengel mit der Kutsche nach Ampfing anreist. Fliegen und auch noch viele Lebkuchen transportieren? Das geht ja wohl wirklich nicht.