Weihnachtspendenaktion

…Entlastung in schwerer Zeit

von Redaktion

Fortsetzung von Seite 13.

Am nächsten Tag um 10 Uhr saßen die Mitarbeiter der spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) am Esszimmertisch. „Wir haben uns beraten. Und Georg bekam noch am gleichen Tag eine Schmerzpumpe zur Linderung seiner Leiden.“ Die Palliativärzte und -pflegekräfte ergänzten ab diesem Zeitpunkt die bisherige Versorgung durch Hausärzte und Pflegeeinrichtungen mit dem Ziel, eine Klinikeinweisung zu vermeiden und die palliative Weiterbetreuung zu Hause zu ermöglichen. „Genau das war ja unser Wunsch“, sagt Elisabeth Grubwinkler. „Georg sollte hier auf dem Hof in Oberwiesbach bleiben. Nach 38 Jahren Ehe war für mich ein Heim oder die Klinik keine Option.“ Das Gefühl, auch in Krisensituationen nicht mehr allein zu sein und immer einen Ansprechpartner an der Seite zu haben, war Gold wert. „Ich würde in der ganzen Krankheitsgeschichte meines Mannes aus heutiger Sicht nur eines anders machen: Ich würde mich früher an den Anna Hospizverein wenden.“ Auch um sich selbst stärker zu entlasten, um früher für Phasen der Entspannung zu sorgen.

Deshalb will der Anna Hospizverein Mühldorf mit der sogenannten Hospizinsel und den Spenden der OVB-Leser eine weitere Betreuungsform schaffen – einen Zufluchtsort für schwerstkranke und sterbende Menschen, in Kooperation mit dem Adalbert-Stifter-Seniorenwohnen in Waldkraiburg. Als ein Angebot für Menschen, die sich in palliativer Behandlung befinden und zu Hause nicht mehr versorgt werden können: Weil sie alleine sind; weil das Umfeld nicht den Anforderungen entspricht; weil die Familien überfordert sind; oder weil die nahen Angehörigen eine qualitativ hochwertige Entlastung brauchen.

„Für die Betroffenen und ihre Angehörigen ist der Hospizverein ein Segen“, sagt Elisabeth Grubwinkler. Bis heute hält sie Kontakt zum SAPV-Teams. „Sie waren auch danach für mich da.“ Ihr Mann Georg ist am 13. August 2016 gestorben. „Er hatte immer Angst davor, dass er vor lauter Schmerzen nicht einfach einschlafen kann. Aber an diesem Tag hat er einfach die Augen geschlossen und ist nicht wieder aufgewacht.“

Großes Engagement

Welchen Stellenwert die Hospizbewegung in der Region hat und welch‘ großherzigem Engagement die Leserinnen und Leser der Heimatzeitung sie unterstützen, zeigt der Zwischenstand der Weihnachtsspendenaktion zugunsten der Hospize in Bernau und Waldkraiburg. 334000 Euro sind bis gestern eingegangen, damit liegt das Spendenaufkommen deutlich über dem Vorjahr. Die Spenderliste finden Sie heute auf Seite XVI.

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