Lohkirchen – Seit 2011 gibt es den Radweg zwischen Brodfurth und Neumarkt-St. Veit. Ein Gewinn für den nördlichen Landkreis, weil der 4,3 Kilometer lange Weg rege genutzt wird. Nur haben die Lohkirchener (noch) nichts von dieser sicheren Radwegeverbindung zur Rottstadt, denn es fehlt der Lückenschluss von Lohkirchen nach Brodfurth. Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung am Donnerstag mit der Thematik erneut befasst, nachdem nun ein Entwurf des Ingenieurbüros Behringer vorlag.
774000 Euro soll der Geh- und Radweg nach den aktuellen Schätzungen kosten. Zuschussfähig sind knapp 690000 Euro, der Gemeindeanteil würde rund 430000 Euro betragen, wie Kämmerer Georg Obermaier vortrug.
„In der Schätzung sind Beträge enthalten, mit denen nicht zu rechnen war“, erläuterte Bürgermeister Schick die zusätzlichen Posten für die Entsorgung von teerhaltigem Material, das entsorgt beziehungsweise ausgetauscht werden muss. Insgesamt eine Summe von rund 64500 Euro. Dieses Material ist im Bereich der Überquerungshilfen auszubauen, hieß es in der Sitzung.
Günstiger wäre es, den Geh- und Radweg auf der Ostseite zu errichten, so Bürgermeister Schick, da dann die beiden Querungshilfen wegfallen. Jedoch scheitert diese Alternative daran, dass die Gemeinde die benötigten Grundstücke für den Radweg nicht erhalten wird. „Entweder wir bauen den Weg im Westen oder gar nicht“, brachte es Schick auf den Punkt.
„Der Querung kostet uns ein Schweinegeld“
Zweiter Bürgermeister Martin Gruber
zu den Kosten des Radwegs
Kämmerer Obermeier ergänzte, dass die Kostenberechnung des Ingenieurbüros großzügig angelegt worden sei, um maximale Zuschussbeträge einfordern zu können. Denn wenn die Baumaßnahme während der Ausführung teurer werde, können dafür keine Förderungen mehr abgerufen werden.
Gemeinderätin Edith Dillkofer fragte nach dem finanziellen Spielraum der Gemeinde. „Die finanzielle Lage der Gemeinde ist positiv“, sagte dazu Kämmerer Obermeier. Schick fügte aber hinzu, dass die Gemeinde wegen des Breitbandausbaus, Investitionen in die Feuerwehr und durch den bevorstehenden Umbau des ehemaligen Raiffeisengebäudes in den nächsten Jahren einige teure Projekte zu stemmen habe.
„Wenn, dann jetzt, weil wir finanziell einigermaßen gut dastehen. Der Radweg nach Neumarkt ist gut frequentiert. Durch den Bau würden wir endlich die Lücke schließen“, kommentierte dies Gemeinderat Reinhard Retzer.
„Die Querung kostet uns ein Schweinegeld, außerdem handelt sich ja um ein schwieriges Gelände“, bemerkte Zweiter Bürgermeister Martin Gruber zu den hohen Kosten. Doch auch er sprach sich für die Umsetzung der Maßnahme aus, „man muss ja nicht gleich jetzt ausschreiben!“ Daraufhin erwiderte Obermeier, dass es zunächst gilt, das Leistungsverzeichnis zu erstellen. Den Ausschreibungszeitraum könne man dann immer noch festlegen. Wie das Ingenieurbüro dazu mitteilte, sei es ohnehin aktuell schwierig, die Baumaßnahme umzusetzen. Die Firmen seien 2018 ausgebucht, man solle die Ausschreibung erst ab Herbst 2018 ins Auge fassen, um dann möglicherweise gute Preise für den 1,3 Kilometer langen und 2,5 Meter breiten Weg zu erhalten.
„Wollen wir wirklich so viel Geld ausgeben?“, fragte Bürgermeister Schick schließlich in die Runde. Das bejahte der Gemeinderat, der den Bau des Geh- und Radweges 2018 anstrebt. Nach Erstellung des Leistungsverzeichnisses soll bei den Firmen angefragt werden, ob in 2018 noch Kapazitäten frei sind.
Das Votum für die Entwurfsplanung und den Zuwendungsantrag des Ingenieurbüro Behringer fiel einstimmig. Garniert war die Diskussion mit dem, natürlich nicht ernst gemeinten, Vorschlag von Retzer zur Refinanzierung: „Wir können dann ja Maut verlangen!“