…Wolfgang Unertl senior lebt nicht mehr

von Redaktion

Fortsetzung von Seite 13.

Eigentlich hätten sich diese tiefen Spuren, die Wolfgang Unertl in seiner Heimatstadt nicht realisieren lassen. Einem Angebot, als Zweiter Braumeister nach Santiago des Chile zu gehen, hatte er bereits zugestimmt, doch eine schwere Operation seine Vaters führte dazu, dass er nach Mühldorf zurückkehren musste, um die heimische Brauerei zu führen.

Seine Lehrzeit verbrachte er in dem bayerischen Kloster, das heute noch als Wiege der bayerischen Braukunst gilt: Kloster Andechs. Nach seiner Gesellenprüfung führte ihn der Weg in die Schweiz.

1961 legte er in München die Meisterprüfung mit einer glatten Eins ab und war damit bester Meister in Bayern. Nach dem Tod seines Großvaters 1962 musste er sich zusammen mit seinem Vater um die Brauerei und die Weißbräu-Wirtschaft in der Weißgerberstraße kümmern. 1963 kam ein weiterer wichtiger Meilenstein im Leben von Wolfgang Unertl hinzu. Er heiratete Ingrid Wagner und zusammen machten sie sich auf, das Hotel Jägerhof und das Restaurant zu übernehmen. Die Kinder Wolfgang Alois und Claudia machten das Familienglück der Unertls komplett.

Nach 20 Jahren wurde der Jägerhof verkauft und der Investitionsstau in der Brauerei behoben.

Eine weitere Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert, haben die Unertls mit dem Mühldorfer Volksfest geschrieben. 1960 begann der Mühldorfer Weißbräu auf dem Mühldorfer Volksfest mit dem Weißbierzelt, dass damals 600 Plätze hatte, seine Volksfestlaufbahn.

Heute hat das Zelt knapp 3000 Plätze und ist das Wohnzimmer der Mühldorfer und deren Gäste während der Wiesnzeit. Wolfgang Unertl lies es sich nicht nehmen, seine Gäste persönlich zu begrüßen.

Ein Leben ohne Arbeit konnte sich Wolfgang Unertl nicht vorstellen. Er stand jeden Tag um 7 Uhr in der Brauerei.

Ein schwerer Schicksalsschlag war für Wolfgang Unertl der frühe Tod seiner Frau Ingrid. Sein Sohn Wolfgang Alois hat die Leitung der Brauerei schon vor langer Zeit übernommen. Er war sehr stolz auf die vielen Auszeichnungen und Erfolge die das Mühldorfer Weißbier erreichen konnte. In der Nacht vom vergangenen Donnerstag auf Freitag ist das Mühldorfer Urgestein in seiner Wohnung eingeschlafen.

Wolfgang Unertl ist immer ein Sohn seiner Heimatstadt geblieben und hat sich um Mühldorf große und bleibende Verdienste erworben.sb

Artikel 1 von 11