Diskussion über das künftige Kulturkonzept

Christkindlmarkt auf dem Prüfstand

von Redaktion

Soll der Haager Christkindlmarkt „wegrationalisiert“ werden? Diese Frage warf man im Verwaltungsausschuss bei der Diskussion über das künftige Kulturkonzept auf. Der Kompromiss lautet: Christkindlmarkt und Lichtmessmarkt.

Haag – „Brauchen wir ihn?“ – stellte Christian Wimmer die Frage zum Haager Christkindlmarkt. Er schlug stattdessen ein Lichterfest und einen Lichtmessmarkt vor. Es gäbe bekannte Lichterfeste. Sie seien zu Lichtmess in eine Zeit zu verlegen, in der nichts los sei. Für nächstes Jahr bestehe auch keine Konkurrenz zum Fasching. Das bedeute einfach ein Verschieben der Veranstaltung von Dezember auf Februar. Dazu könne man dann auch professionelle Kunsthandwerker laden.

„Der Christkindlmarkt gehört dazu, er wird voll angenommen“, protestierte Verkehrsreferent Wolfgang Obermaier (Freie Wähler Haag). Die Leute kämen, um „etwas anzuschauen, zu ratschen, zu essen und zu trinken“. SPD-Chef Peter Bauer pflichtete bei, man solle nicht verändern, was sich etabliert und gut entwickelt habe: „Jede Gemeinde ist stolz auf ihren Christkindlmarkt.“ Wenn, dann gelte es, Neues in einer Art Nischenbildung zu suchen, aber keine Revolution anzuzetteln: „Das ist eine harte Nuss.“

Dagegen argumentierte Bürgermeisterin Sissi Schätz mit der logistischen Herausforderung an die Gemeinde. Sie habe sich um die Hütten, um Strom und um das Rahmenprogramm für ein ganzes Wochenende zu kümmern und dafür Mitarbeiter bereitzustellen. Das habe zur Diskussion geführt, ob man den Christkindlmarkt „lassen“ könne. Für die Stände des Marktes werde gebastelt und gestrickt, so Rosmarie Heimann (PWG). Kindergärten und sozial Engagierte machten mit. Das allein sei es wert, hinzugehen und etwas abzukaufen. Zudem sei heuer „richtig viel los“ gewesen. Christian Mangstl (CSU) schlug vor, den Christkindlmarkt in den Schlosshof zu verlegen und den Lichtmessmarkt einmal in den Ortsteilen Winden und Oberndorf auszuprobieren.

Wenn man den Christkindlmarkt „wegrationalisiere“, so Hans Urban (CSU), dann solle man zumindest mit denen reden, die bisher an den Ständen mitwirkten. „Beides ist gut“, fand Dritter Bürgermeister Herbert Zeilinger (WfH). Ein Christkindlmarkt im Schlosshof werde ein Magnet für ein Publikum von auswärts. Er solle allerdings an mehreren Wochenenden stattfinden: „Das verspricht eine bessere Rendite.“ Haag habe „Riesenpotenzial“.

„Selbstgestricktes“ fand PWG-Chef Josef Hederer gemütlicher. Man dürfe den Christkindlmarkt nicht einfach „rausschmeißen“. Bei Neueinrichtungen habe es schon Ärger wegen der hohen Kosten gegeben: „Man darf nicht ewig aufstocken.“ Beides einmal probieren und schauen, wie es ankommt, wollte Hans Urban.

Wenn der Christkindlmarkt künftig nur für die Haager sein soll, brauche man nichts zu ändern, so Christian Wimmer. Wünsche man jedoch Publikum von außen, sei Veränderung nötig. Er schlage nur eine Veranstaltung vor, „und die gscheit“. Es gäbe auch die Variante, den Christkindlmarkt zu reduzieren.

„Der Christkindlmarkt gehört dazu, er wird voll angenommen.“ Wolfgang Obermaier

Man dürfe ihn nicht opfern, warnte Uli Herzog (CSU). Das sei ein Markt für die Haager. Wenn beide Märkte nicht gingen, empfehle er: „Machen wir was für die Haager.“

So befürworteten die Räte einstimmig den Vorschlag von Bürgermeisterin Sissi Schätz, zu prüfen, „ob beides geht“, der Christkindlmarkt, „wie er ist“, und der Lichtmessmarkt unter einer „anderen Hausnummer“.

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