Gemeinderat Maitenbeth

Entwässerung: Geduldsfaden gerissen

von Redaktion

Die Entwässerung des Gemeindeteils Kopfsöd sei „ein unerfreuliches Thema“, erklärte Maitenbeths Bürgermeister Josef Kirchmaier in der jüngsten Gemeinderatssitzung. Bei starkem Regen fließt Oberflächenwasser nicht mehr geordnet ab, es läuft in Häuser und Garagen. Nun hat sich ein Betroffener an das Landratsamt gewandt.

Maitenbeth – Es sei nun ein Jahr her, begründete der Anwohner persönlich in der Sitzung sein Vorgehen, wo er erfolglos versucht habe, vom Bürgermeister über den Stand der Dinge etwas zu erfahren. Auch habe er Gemeinderäte angesprochen, ohne Erfolg. „Ihr könnt mir nicht vorwerfen, dass ich nicht kommunikativ gewesen bin“, betonte er.

Bürgermeister Josef Kirchmaier relativierte: „Ihr wisst doch dort selber, dass die Grube fürs Regenwasser erst jetzt zur Verfügung steht.“ Gemeint ist mit der Grube eine Maßnahme, die die Nutzung einer früheren Güllegrube als Rückhaltebecken vorsieht – und das sei jetzt erst möglich.

Hinzu kommt als weiterer Schritt das Abfräsen der Straße von Osten her, damit Wasser schon früher versickern kann, bevor es die Häuser erreicht. Da durch das Schreiben des Betroffenen nun das Landratsamt mit dem Thema befasst ist, „muss es genau gehen“, erklärte der Bürgermeister. So benötige man für das Einleiten des gesammelten Wassers in die Isen eine wasserrechtliche Erlaubnis. Diese sei verbunden mit einer Untersuchung durch ein Ingenieurbüro, was das Vorhaben verteuere.

Davon waren die Gemeinderäte gar nicht begeistert und hielten den anwesenden Zuhörern aus Kopfsöd vor, um das Jahr 2013 herum die Flurneuordnung mit einer Unterschriftenliste verhindert zu haben. Denn dabei wäre das Thema Regenwasser mit 76 Prozent Zuschuss ebenfalls aufgearbeitet worden, genauso wie die Renaturierung der Isen an den Stellen, in denen sie seit den 1960er- Jahren in Betonschalen fließt. Anwohner hatten damals befürchtet: „Ihr wollt uns den Bach nehmen“, was der Gemeinderat nicht so sah: „Du hättest dich ja selbst als Vorsitzende der Teilnehmergemeinschaft aufstellen lassen können“, meinte etwa Gemeinderat Josef Posch zu einer Zuhörerin.

„Erst alles verhindern und jetzt soll die Gemeinde schnell machen.“ Bürgermeister Josef Kirchmaier

Der Bürgermeister ärgerte sich auch jetzt noch über die vertane Chance zur Flurneuordnung: „Erst alles verhindern und jetzt soll die Gemeinde schnell machen.“ Auch die Art und Weise stieß ihm immer noch auf: „Mit uns hat keiner gesprochen, die Liste ging gleich nach München.“

Nun müsse man klären, wer wie viel der Kosten bezahlt und welche Mengen Wasser von den fünf Anwesen zusammenkommen, denn die Grenze für ein solches Verfahren liegt bei Regenwasser aus 1000 Quadratmeter Fläche, so das Fazit im Gemeinderat.

Vielleicht sei das mit einem zweiten Rückhaltebecken besser in den Griff zu bekommen – Ratsmitglied Alexander Neumaier konnte sich das auch mit Rigolen als unterirdischem Wasserspeicher vorstellen.

Der Beschluss zur weiteren Untersuchung war einstimmig.

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