Südostbayernbahn

Auf der Suche nach Lokführern

von Redaktion

Als ein „gutes Jahr“ haben die Leiter der Südostbayernbahn 2017 bezeichnet. Im Zentrum stand natürlich der Abschluss des zweigleisigen Ausbaus zwischen Mühldorf und Tüßling.

Mühldorf – Für 150 Millionen Euro hat die Bahn den Abschnitt zwischen Altmühldorf und Tüßling ausgebaut, mehr als pünktlich zu Ende gebracht, dabei zahlreiche Bahnhöfe erneuert, Lärmschutz geschaffen und Brücken gebaut.

Die Leiter der SOB, Christoph Kraller und Christian Kubasch geben zu, dass die Bauzeit vor allem in Mühldorf und Tüßling zu hohen Belastungen geführt hat.

Über Finanzierung entscheidet der Bund

Insgesamt aber ziehen sie ein positives Fazit, in das sie ausdrücklich auch die Betriebe im Chemiedreieck einbeziehen: „Die Zusammenarbeit hat gut geklappt. Wenn du in der Region bist und die Leute kennst, gewinnst du“, sagt Kubasch.

Mit der Maßnahme ist der Ausbau nicht beendet, derzeit laufen Planungen und Vorgespräche mit Gemeinden entlang der Strecke nach München. Wie in Dorfen oder bei Weidenbach gibt es dabei zum Teil erhebliche Meinungsverschiedenheiten. Für die, das betont Kubasch, ist die Bahn aber nicht der richtige Ansprechpartner. „Über die Finanzierung entscheidet der Bund, nicht die Bahn.“

Der Bund achte darauf, dass der Ausbau „wirtschaftlich sinnvoll sei“. Sonderwünsche wie die Einhausung in Dorfen oder eine Unterführung bei Weidenbach würden deshalb nur selten vom Bund finanziert. Kraller spricht davon, „Präzedenzfälle“ zu vermeiden. 35600 Fahrgäste nutzten die SOB im vergangenen Jahr, das sind knapp 1000 weniger als 2016. „Es hat sich eingependelt“, sagt Kubasch unter Verweis auf die Entwicklung seit 2007. Damals lag die Zahl der täglichen Fahrgäste bei 29500. Mit 14011 machten sich die meisten auf den Weg nach München, mit 3700 Kunden ist die Strecke nach Rosenheim die zweitfrequentierte. Dabei, das betont SOB-Leiter Christoph Kraller, geht der Trend zu kürzeren Fahrten. Die Pünktlichkeit lag trotz der Bautätigkeit bei 96,5 Prozent.

Zahl der Mitarbeiter

ist leicht gestiegen

In der Qualitätstabelle der Bayerischen Eisenbahngesellschaft liegt die SOB unverändert auf Platz zehn. Verbesserungen habe es im vergangenen Jahr im Bereich Zuverlässigkeit und Sauberkeit der Toiletten gegeben und beim Umgang mit Beschwerden. Verbessern will das Unternehmen die Reinigung, wenn die Züge unterwegs sind. Ein schwieriges Feld, wie Kraller sagt, weil es aufwendig zu organisieren sei und sich manche Fahrgäste belästigt fühlten, wenn während ihrer Anwesenheit Müll eingesammelt oder gereinigt werde. Im März erhielt die SOB den Fahrgastpreis von Pro Bahn.

Die SOB beschäftigt 859 Mitarbeiter, die Zahl ist leicht gestiegen. Davon sind 49 Auszubildende und junge Leute im dualen Studiengang. Dringenden Bedarf hat das Unternehmen weiterhin im Bereich der Lokführer, aber auch andere Fachkräfte wie Elektriker werden gesucht. „Alle haben immer gesagt, der Fachkräftemangel kommt, jetzt ist er da“, sagt Kubasch. Den Umsatz bezifferte Kraller auf 130 Millionen Euro.

24 Millionen Euro Investitionen

Neben der Entwicklung des Ideenzugs und eines Hybridzugs, der mit Diesel und Strom betrieben werden kann, stehen in diesem Jahr weitere Verbesserungen der Infrastruktur in der Region an. Zwölf Millionen Euro will die SOB nach Angaben von Technikchef Kubasch aus Bundesmitteln in die Ertüchtigung des Streckennetzes investieren, aus eigenen Mitteln fließt die gleiche Summe in die Instandhaltung der Anlagen.

Zu den wichtigsten Vorhaben gehört die Instandhaltung der Innbrücke zwischen Marktl und Simbach, der Umbau des Bahnhofs Marktl und die Erneuerung von Weichen in Mühldorf. Deshalb kommt es zu Sperrungen am Osterwochenende. Neue Bahnsteige gibt es unter anderem in Neumarkt-St. Veit.

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