Vandalismus in Neumarkt-St. Veit

Wut und Ärger über abgeladenen Müll

von Redaktion

Stinkende Mülltüten in der Wartehalle des Kulturbahnhofs, eine Matratze, die am Glascontainer in Hörbering abgeladen wurde: In der Stadt kann man über das Gebaren von Müllsündern nur noch den Kopf schütteln. Die Konsequenz: Im Bereich des Bahnhofs erwägt Bürgermeister Erwin Baumgartner nun eine Nutzungseinschränkung.

Neumarkt-St. Veit – „Wir leisten uns auf Kosten der Stadt eine Wartehalle im Bahnhof für die Zugreisenden und die Bahnreisenden. Leider wird diese Wartehalle immer mehr zu einem Tummel- und Abfallplatz“, wettert Bürgermeister Erwin Baumgartner inzwischen auch in den sozialen Netzwerken über die unliebsamen Überraschungen, mit denen die Stadt zuletzt konfrontiert war. „Verunreinigte Toiletten sind nichts Neues, aber die abgeladenen Müllsäcke haben jetzt das Fass zum Überlaufen gebracht“, kommentiert Baumgartner die respektlosen Vorgänge in den vergangenen Tagen, an denen auch zwei Einbrüche ins Neumarkter Freibad zu verzeichnen waren, weil Hitzegeschädigte offensichtlich eine Abkühlung in den Schwimmbecken gesucht hatten. Vandalismus sei darüber hinaus auch im Schlossgarten zu Adlstein immer wieder zu beobachten, wenn nächtliche Besucher einfach ihren Müll liegen lassen. Das komme immer wieder vor.

„Es bleibt wohl nichts anderes mehr andere übrig, als die Nutzung einzuschränken“, erwägt er nun im Falle des Bahnhofes. Der Wartebereich soll künftig nur noch Bahnreisenden vorbehalten bleiben. Dazu sollen – in Absprache mit der Polizei – auch Kontrollen stattfinden.

Nicht nur die Verunreinigungen spielen eine Rolle, weshalb Baumgartner gerne auch die Polizei vor Ort sehen will. Zuletzt wurde darüber berichtet, dass drei junge Männer eine Frau ins Gleisbett gestoßen haben. Dazu habe sich ein Leser des Neumarkter Anzeigers bei Bürgermeister Baumgartner gemeldet, der sich um seinen 13-jährigen Sohn sorgt.

Sicherheitswacht gefordert

Der Sohn fahre jeden Tag mit der Bahn zur Schule nach Waldkraiburg, er berichte immer wieder von Schubsereien und Drängeleien am Bahnsteig. Auch schrieb der Leser von einer Frau, die regelmäßig im Warteraum auf einen Anschlusszug zu warten habe und sich vor Personen fürchte, die im Aufenthaltsraum „rumlungern“ würden. Nicht nur Müll liege rum, „es wird laut gesprochen, gestritten und auch Musik gehört, so dass sie sich gestört fühlt“. Wieso könne Neumarkt-St. Veit nicht eine Sicherheitsstreife einsetzen, so wie es in vielen Städten üblich ist, lautet schließlich die Frage.

„So weit wollen wir noch nicht gehen“, meint dazu Baumgartner, dem als Hausherr des Bahnhofs zuletzt sogar eine Strafanzeige ins Rathaus geflattert war, weil die Hausmeisterin am Bahnhof einem ungebetenen Wartehallenbesucher die Tür gewiesen hatte und diesen wohl bei dieser Tätigkeit berührt haben soll.

Komplette Schließung als letzte Option

Baumgartner will zunächst nur an der Nutzungseinschränkung festhalten. Sollte diese Maßnahme nicht fruchten, käme als nächster Schritt eine Einschränkung der Öffnungszeiten in Frage. „Morgens geöffnet und abends“, konkretisiert Baumgartner, der die komplette Schließung der Wartehalle nur als letzte Option wählen will. Nicht nur er kann es nicht verstehen, dass man einen Ort, wo es außerdem noch kostenloses und freies WLAN gibt, so hinterlassen kann. In den sozialen Netzwerken pflichtet ihm Mittelschullehrer Reinhard Retzer bei: „Schade und traurig, dass ein solch gutes Angebot der Stadt wegen ein paar Deppen eingeschränkt werden muss. Es geht bei immer mehr Menschen das Gespür verloren, für etwas gemeinsam verantwortlich zu sein.“

Obwohl es auch eine andere Seite gibt: Im April hatte CSU-Stadtrat Wolfgang Hobmeier zu einer Rama-Dama-Aktion aufgerufen, um Neumarkt-St. Veit aufzuräumen. Daran wiederum hatten sich mehr als 70 Bürger zwischen fünf bis 80 Jahren beteiligt.

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