Neumarkt-St. Veit – Mit mehreren Änderungen einer immissionsschutzrechtlich genehmigten Biogasanlage der Rauscheder Biogas GmbH in Furth beschäftigte sich der Bau- und Umweltausschuss von Neumarkt-St. Veit in seiner jüngsten Sitzung. „Im Endeffekt geht es um eine Nachrüstung beziehungsweise Erweiterung der bestehenden Anlage“, ergänzte Neumarkt-St. Veits Bürgermeister Erwin Baumgartner zu den beantragten Änderungen. Von einer Flexibilisierung der bestehenden Biogasanlage ist in dem Antrag die Rede, die unter anderem eine Erhöhung der installierten Feuerungswärmeleistung von 1410 Kilowatt auf 2069 Kilowatt zur Folge haben wird. Es wird eine Anpassung der Einsatzstoffe und Gasmenge vorgenommen und die Trafostation ausgetauscht.
Mit dem Änderungsantrag eingereicht wurde auch die Errichtung eines Betriebsmittellagers mit Betriebsmittelannahmeplatz, die Errichtung eines Separators und die Anpassung der Havarieanlage. Geplant sind außerdem die Errichtung einer Pumpstation und die Installation eines Warmwasserspeichers. Der Ausschuss hatte gegen diese Planungen keinen Einwand.
Ebenso stimmte der Bauausschuss dem Bau einer Reitanlage mit Pferdestall bei Wolfsberg zu. In der Vergangenheit hatte die Stadt Neumarkt-St. Veit das Verfahren zur vorhabenbezogenen Bebauungsplanänderung „Reitanlage Wolfsberg-Irlau“ durchgezogen. Dieser ist zwar noch nicht rechtskräftig, wie in der Sitzung betont wurde, vermutlich Mitte/Ende Dezember sei damit zu rechnen. Doch Entwurfsverfasser und Bauherr hätten schriftlich erklärt, dass die Festsetzungen des Bebauungsplans eingehalten würden. Ein Immissionsschutzgutachten sei in Arbeit und werde dem Landratsamt vorgelegt, hieß es bei der Schilderung des Sachverhalts zu diesem Bauvorhaben. Der Ausschuss hatte keine Einwände gegen das Bauvorhaben.
Und auch gegen den Neubau eines Milchviehstalles gab es seitens des Bauausschusses keinerlei Einspruch. Ein solcher soll in Oberndorf entstehen, mit einem Flächenmaß von 56 Meter auf 26,4 Meter. Zusätzlich soll auf der Südostseite, bei entsprechendem Abstand zur übrigen Wohnbebauung, eine Güllegrube mit einem Fassungsvermögen von 1000 Kubikmeter errichtet werden.
Zum Status Quo des landwirtschaftlichen Betriebes hieß es in der Sitzung, dass sich derzeit 30 Milchkühe plus 65 Stück Nachzucht in Anbindehaltung befinden würden. Auch eine Güllegrube ohne Deckel sei vorhanden mit einem Fassungsvermögen von 300 Kubikmeter. Der neue Milchviehstall für 65 Milchkühe, so begründet es der Antragsteller, soll zur Verbesserung des Tierwohls beitragen. Im Vergleich zum bisherigen geschlossenen Warmstall sei der neue als Offenfrontstall geplant. Im nun eingereichten Antrag auf Vorbescheid wollte der Antragsteller die Fragen geklärt wissen, ob das Vorhaben bauplanungsrechtlich zulässig sei. Auch bat er um Klärung hinsichtlich der Immissionen und des Abstands zur vorhandenen Wohnbebauung.
Dazu hieß es in der Sitzung, dass es sich um einen landwirtschaftlich privilegierten Betrieb handele, die ausreichende Erschließung sei gesichert, das Vorhaben nehme darüber hinaus auch nur einen untergeordneten Teil der Betriebsfläche ein.
Nicht die einzigen Bauangelegenheiten im Gemeindegebiet von Neumarkt-St. Veit: Ein neues Doppelhaus in der Wredestraße – kein Problem. Ein Vorbescheid für ein Betriebsleiterwohnhaus in Oberwiesbach – genehmigt. Und auch zur Umnutzung eines Garagen- und Nebengebäudes zu einem gewerblich genutzten Büro in Hörbering erteilte der Neumarkt-St. Veiter Bauausschuss sein Einvernehmen.je