Weiter Warten auf Verbesserung

von Redaktion

Auf eine Verbesserung der Bahnverbindung nach München müssen Pendler noch lange warten. Das ergab eine Nachfrage bei der Deutschen Bahn.

Mühldorf – In der Analyse sind sich alle einig, Bahnsprecher wie Pendler: Das vergangene Jahr hat Zugreisenden viel abverlangt. Von Seuchenwochen sprachen schon im Sommer Vertreter der Südostbayernbahn, Bahnsprecher Michael-Ernst Schmidt sagt jetzt über die letzten Wochen und Monate: „Das tut uns wirklich leid.“ Vor allem zwischen München und Markt Schwaben kommt es zu wöchentlichen Störungen und Verspätungen. Die Zahl der Beschwerden von Pendlern steigt, selbst Reisende, die bislang eher zurückhaltend und verständnisvoll reagierten, verlieren die Geduld. Und auch die Bahn vermeldet: „Wir sind nicht zufrieden mit der Situation.“

Die Bahn geht von drei Störungsauslösern aus, die zu jeweils einem Drittel für Verspätungen und Ausfälle verantwortlich seien: Defekte an Loks und Zugwaggons, technische Probleme mit dem Schienen-Netz und externe Störungen wie Suizide oder Fahrzeuge, die auf den Schienen liegen bleiben.

Dass sich diese Störungen so gravierend auswirken können, liegt laut Bahnsprecher Schmidt am dichten Verkehr im Bahnknotenpunkt München. Die Güterzüge am Containerbahnhof in Riem, der Brennerzulauf, die S-Bahn, der Zubringer zum Flughafen und die Regionalbahnen sorgten für ein hohes Aufkommen. „Jede Störung, jede Verspätung hat auch Auswirkungen auf den S-Bahn- und Regionalverkehr. Leidtragende sind die Pendler.“

Zum hohen Verkehrsaufkommen kommt das, was Schmidt den „Flaschenhals“, nennt: das alte Stellwerk in München Ost in Richtung Riem. Relaistechnik werde dort noch immer verwendet, weit entfernt von digitaler Technik.

So weit die Analyse. Änderungen, so Schmidt, sollen sich mit umfangreichen Maßnahmen ergeben, die allerdings in weiter Ferne leige oder gänzlich unabsehbar sind. Kompletter zweigleisiger Ausbau und Elektrifizierung der Bahnstrecke zwischen München und Mühldorf, Bau der zweiten Stammstrecke und Umbau des Stellwerks in München Ost: Schnelle Abhilfe ist nicht in Sicht.

Für den Ausbau der Bahnstrecke will sich Schmidt nicht auf einen Zeitplan festlegen lassen. Er geht lediglich davon aus, das im kommenden Jahr der Planfeststellungsbeschluss vorbereitet werden kann. Wann der dann festgestellt wird, welche Auflagen er enthält und welche Klagen es dagegen gibt, ist offen. Auch auf den offiziellen Internetseiten finden sich keine Hinweise zum zeitlichen Ablauf des Ausbaus.

Der Umbau des überholten Stellwerks in München Ost hängt am Bau der zweiten S-Bahn-Stammstrecke. Die soll, so die offizielle Auskunft der Bahn auf der Internetseite zur zweiten Stammstrecke, in gut acht Jahren fertig sein, also 2026.

Einwände wie sie Pendler und heimische Politiker gleichermaßen äußern, lässt Schmidt nicht gelten. Er weist zurück, dass die Bahn zu lange gewartet habe – zum Beispiel mit dem zweigleisigen Ausbau. Der Grund für die Missstände seien andere: „Wir stoßen durch die Dynamik in München an unsere Grenzen“, weist er auf das starke Wachstum von Stadt München und der Region hin.

Über 2000 Züge sind nach seinen Angaben täglich rund um München unterwegs, dazu 1100 S-Bahnen, die sich einen Teil des Streckennetzes teilen. „Wir versuchen alles, zu tun, damit der Alltagsbetrieb funktioniert.“ Schmidt spricht von „geschmeidigeren Betriebsabläufen und „Fahrplänen, die robust sind“. Er betont aber auch, wie labil die Situation rund um die Landeshauptstadt ist und wie schnell sich kleine Störungen auf den gesamten Regionalverkehr auswirken.

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