Neumarkt-St. Veit – 13,4 Prozent Stammwürze, 5,6 Prozent Alkohol – das sind die Eckdaten des Festbieres, das Vertreter der Politik, der Brauerei Aldersbacher und der Familie Zens am Mittwoch in Hofthambach verkostet haben. „Holletauer Tradition und Holletauer Perle, dazu ein Pils-Malz und Aroma-Malz“, nennt Braumeister Lorenz Birnkammer weitere Ingredienzien, die der Volksfesttrunk von 2019 beinhaltet.
In diesem Jahr
leider kein Hupferl
Ausgeschenkt wird er traditionellerweise an Pfingsten, wenn das Volksfest am Freitag, 7. Juni, mit dem Bieranstich eröffnet wird, und eine Woche später, am Sonntag, 16. Juni, mit der Stimmungsband Flash-Dance ausklingt. „Das Wetter scheint in diesem Jahr etwas schwierig einzuschätzen zu sein. Erst ein heißer April, jetzt ein nasser Mai. Ich hoffe allerdings wieder auf zehn Tage schönes Volksfestwetter“, freute sich Neumarkt-St. Veits Bürgermeister auf friedliche Tage auf der Wiesn. Die Planungen seien soweit abgeschlossen, der Vergnügungspark soweit organisiert. Doch bedauert Baumgartner, dass die vor allem jugendlichen Volksfestbesucher in diesem Jahr auf das Fahrgeschäft Hupferl verzichten müssen. „Erst hat es eine Zusage gegeben. Dann hat das Fahrgeschäft den Eigentümer gewechselt. Letztlich ist er jetzt abgesprungen.“
Es werde aber mit dem Rock-Express adäquaten Ersatz geben, kündigt Baumgartner an. Den Autoscooter jedoch wird es geben, ebenso kommen die Kinder im Kinderkarussell auf ihre Kosten, drehen im Kettenflieger ihre Runden oder hüpfen beim Crazy Jump auf dem Trampolin. Los- und Schießbude sowie Stände mit süßen Leckereien dürfen auf dem Neumarkter Volksfest nicht fehlen – wie schon in den vergangenen Jahren.
Der Festwirt jedoch wird auch im 18. Jahr derselbe sein. Seit 2002 bewirten Anneliese und Josef Zens die Gäste in der Rottstadt. Von Müdigkeit ist beim 67-jährigen Gastwirt aus Hofthambach aber noch nichts zu merken. „Es macht nach wie vor großen Spaß“, verrät Zens, der auch in diesem Jahr wieder seinen altgedienten Wohnwagen nach Neumarkt-St. Veit ziehen wird und dort dann die Festwoche verbringen will.
Mit Tochter Roswitha hat sich Zens schon vor einigen Jahren eine potenzielle Nachfolgerin mit ins Boot geholt. Und auch die beiden Enkelsöhne, Armin und Matthias Zens: Bei ihrem ersten Volksfest vor 17 Jahren noch mit Schnuller und im Kinderwagen vor Ort – können mittlerweile schon fest zupacken, wenn das Zelt aufgestellt wird.
In diesem Festzelt wird einiges geboten sein. Musikalisch setzt Zens auf eine ausgewogene Mischung zwischen traditioneller und moderner Blasmusik. Die Stadtkapelle Neumarkt-St. Veit wird gleich zweimal ein Heimspiel haben, zur Eröffnung am Freitag, 7. Juni, und zum Tag der Vereine am Mittwoch, 12. Juni.
Höhepunkt für die Stadtkapelle ist aber der Sonntag, 16. Juni, wenn sie ihren 35. Geburtstag mit feiert. Und das tut sie mit einem Musikfest am Neumarkter Stadtplatz, wo zugleich das 750-jährige Jubiläum der Marktgründung begangen wird, um anschließend im Festzelt musikalisch weiterzufeiern.
Beim großen Schafkopfturnier am Pfingstmontag, 10. Juni, warten 1000 Euro auf den Gewinner. Die Feuerspucker Dancing Spirits werden dann am Dienstag, 11. Juni, mit ihrer Show verblüffen und die Kasplatten-Rocker werden am Tag der Jugend, Donnerstag, 13. Juni, für Stimmung im Zelt sorgen, bevor am Freitag, 14. Juni, D‘Moosner bis spät in die Nacht rocken werden. Erstmals auf der Bühne im Festzelt stehen in diesem Jahr die HeuBodnBlosn aus Heldenstein. Sie präsentieren am zweiten Volksfestsamstag, 15. Juni, mit Blasmusik, Schlagern und Rock abwechslungsreiche Unterhaltung.
Musikfest am
letzten Volksfesttag
Der Bierpreis bleibt mit 7,60 Euro auf dem Niveau des Vorjahres und damit immer noch günstig im Vergleich zu anderen Volksfesten in der Region. Zens schielt bei der Festsetzung immer auf die Gerner Dult, eines der ersten Frühlingsfeste der Saison. Die Regel war immer, dass er die Mass um einen Euro billiger verkauft. „Das habe ich aber nicht halten können, die sind mit dem Preis abgezogen. Heuer sind wir sogar um 1,30 Euro drunter!“
Das 18. Volksfest wird für Anneliese und Josef Zens übrigens nicht das letzte sein. Bei der Bierprobe überraschte Bürgermeister Baumgartner das Wirtepaar mit einem Dokument: „Denn der Neumarkt-St. Veiter Stadtrat hat entschieden, dass ihr weiterhin Festwirte in Neumarkt-St. Veit bleibt!“
Für das Signieren des neuen Vertrages zum Fortsetzen der Bewirtung in den Jahren 2020, 2021 und 2022 ließ sich Zens dann auch nicht zweimal bitten.