Mühldorf – Buben und Mädchen der Kinderkrippe in der Waidbruckstraße werden am heutigen Freitag in der Klinik Altötting auf die Lungenkrankheit TBC untersucht. Das bestätigte Abteilungsleiter Walter Springer gestern auf Anfrage. Angeordnet hat diese Maßnahme das Gesundheitsamt.
Vorausgegangen war ein Fall von TBC bei einer Mitarbeiterin der Kinderkrippe, der am Dienstag bekannt wurde. Daraufhin sperrte die Stadt die Krippe am Mittwoch und informierte Eltern und das Gesundheitsamt. Am Mittwochabend setzte Behördenleiter Dr. Benedikt Steingruber die Eltern über die weiteren notwendigen Schritte in Kenntnis und kündigte die gesammelte Testung aller Kinder an. Eltern, die am Elternabend nicht teilnehmen konnten, wurden telefonisch unterrichtet. Dies sei bis auf wenige Ausnahmefälle gelungen, teilte die Stadt gestern mit. Inzwischen ist die Krippe wieder geöffnet. „Wir haben alle Maßnahmen mit dem Gesundheitsamt abgestimmt, das weitere Vorgehen liegt in deren Händen“, sagte Walter Springer. Die Mitarbeiter der Kinderkrippe seien bereits getestet, heute folgen nun alle Kinder.
Tuberkulose ist eine bakterielle Infektionskrankheit und unterliegt in der Europäischen Union der namentlichen Meldepflicht. Die Erkrankung wird durch verschiedene Arten von Bakterien ausgelöst und befällt beim Menschen am häufigsten die Lunge. Zur Behandlung stehen verschiedene Antibiotika zur Verfügung. Die TBC-Impfung wird von der ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert- Koch-Instituts (RKI) in Deutschland seit 1998 nicht mehr empfohlen und ist inzwischen auch nicht mehr verfügbar. Im Jahr 2018 gab es laut RKI rund 5400 TBC-Fälle in Deutschland, ähnlich viele wie im Jahr zuvor. Dabei wäre ein jährlicher Rückgang um zehn Prozent erforderlich, um das Ziel der Weltgesundheitsorganisation zu erreichen, Tuberkulose bis 2050 zu eliminieren.
Das Problem: Viele TBC-Fälle werden erst spät erkannt. Laut RKI sollte bei Symptomen wie länger bestehendem Husten, Nachtschweiß, Fieber und Gewichtsabnahme immer auch an Tuberkulose gedacht werden.