„Ich lebe positiv“

von Redaktion

Regisseurin Maike Conway begleitet ein von Geburt an aidskrankes Mädchen

Obertaufkirchen – Ihr Interesse gilt jüngeren Menschen und der Musik. Die Rede ist von der jungen Corinne, eine junge Frau, die seit Geburt den HI-Virus in sich trägt. Sie zu porträtieren und dokumentarisch zu begleiten hat sich die in Obertaufkirchen lebende Regisseurin Maike Conway zur Aufgabe gemacht.

Anfangs war es nicht leicht, in die Filmbranche einzusteigen. Sie kam als Quereinsteigerin. Conway hatte eine Ausbildung in Filmschnitt. „Man musste sehr hartnäckig sein, um in die Filmbranche hineinzukommen“, sagt die 52-jährige Regisseurin.

Sie hat einfach immer wieder Dokumentationen angeboten und so arbeitet sie heute für den Bayerischen Rundfunk in der Reihe „Lebenslinien“ und für das ZDF. Geboren ist sie als Maike Teichmann in Starnberg und kam mit ihrem Ehemann nach Obertaufkirchen. Hier kam auch ihre Tochter zur Welt.

Ihren ersten Dokumentationsfilm machte Maike Conway über einen Musiker, der später an Aids gestorben ist. „So war das Thema immer schon präsent“, erzählt sie. Denn in der Dokumentation „Corinnes Geheimnis“ geht es um ein Mädchen, das von Geburt an Aids hat. Es ist Maike Conways aufwendigstes Werk. Über den Verein „Sonnenstrahl“ lernte sie das Mädchen Corinne kennen.

Zehn Jahre lang, von Corinnes achtem bis zu ihrem 18. Geburtstag, hat Conway mit ihr gefilmt und immer wieder Material gesammelt. Sie wusste nicht, ob sie die Dokumentation jemals würde zeigen können, denn sie hatte die Entscheidung dem Mädchen überlassen. Corinne entschied sich für die Veröffentlichung. Das Thema des Filmes war, wie es sich mit dem Geheimnis ihrer Krankheit lebt. So wurde der Dokumentationsfilm in der Reihe „37 Grad“ im ZDF gesendet und ist auch in der Mediathek unter dem Titel „Niemand darf es wissen“ in der 30-minütigen Version noch abrufbar.

Der zweite Teil der Doku, der am 2. Juli in der Reihe „37 Grad“ zu sehen ist, zeigt Corinnes Leben nach der Veröffentlichung des ersten Teiles. Maike Conway hat interessiert, welche Auswirkungen die Veröffentlichung hatte. „Lebt Corinne jetzt befreiter?“ wollte sie wissen und „wie hat die Gesellschaft darauf reagiert?“ „Ich lebe positiv“ ist der Titel der Dokumentation, die eine lebensfrohe Corinne porträtiert. Sie spürt ihre Krankheit nicht. Sie ist bei ihr nie ausgebrochen. „Früher sind Menschen daran gestorben“, sagt Maike Conway, „heute hat die Medizin das im Griff“. Mit ihrem Film beleuchtet sie viele Facetten des Themas.

Der Film „Ich lebe positiv“ ist am 2. Juli im ZDF um 22.15 Uhr in der Reihe „37 Grad“ zu sehen.sn

Artikel 1 von 11