„Heute ist ein historischer Tag“

von Redaktion

Viele Gäste bei der Eröffnung der A94 – Oldtimerfahrt und Proteste

Dorfen/Mühldorf – Stürmisch startete die Verkehrsfreigabe der A94 auf dem Rastplatz Fürthholz-Nord. Dem Anlass angemessen, präsentierte sich der Himmel bei der Raststätte weiß-blau. Ebenso weiß-blau zog der Neuöttinger Spielmannszug um 14.45 Uhr mit Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer, Bayerns Verkehrsminister Hans Reichhart, Staatssekretär Stephan Mayer und dem CSU-Landtagsabgeordneten Marcel Huber zum Festakt ein.

Lückenschluss ist

ein Meilenstein

Viele Altbürgermeister, amtierende Bürgermeister, amtierende Landräte und ehemalige Bundes- und Landespolitiker aus dem Landkreis Mühldorf und der Region waren gekommen, dazu viele Bürgerinnen und Bürger aus der Region.

Die Wirtschaft in der Region vertrat Ingrid Obermeier-Osl: „Mit dem Lückenschluss sei ein verkehrspolitischer Meilenstein erreicht, der die überregionale Anbindung der Wirtschaft zwischen Inn und Salzach erheblich verbessert. Allein aus Industrie, Handel und Dienstleistungen werden über 14000 regionale Betriebe von dem besseren Anschluss an das bayernweite Fernstraßennetz profitieren.“ Gleichzeitig bezeichnete die Unternehmerin die Fertigstellung der A94 als eine Zäsur für die künftige wirtschaftliche Entwicklung.

Altbürgermeister und Vorsitzender des Vereins „Ja zur A94, Günther Knoblauch, stellte die Geschlossenheit der Region beim Kampf für die A94 heraus. „Diese Geschlossenheit der gesamten Wirtschaft, Politik und Bevölkerung hat dazu geführt, dass die Autobahn Realität wurde.“

Für Mühldorfs Landrat Georg Huber ist die Realisierung der A94 endlich abgeschlossen. Diese Verkehrsverbindung ist ganz wichtig für unsere Region und ihre zukünftige Entwicklung. Georg Huber und Günther Knoblauch waren nicht als Redner vorgesehen, dafür Dorfens Bürgermeister Hans Grundner, der sich in seinem Grußwort als A94-Befürworter präsentierte. Gerade die Stadt Dorfen und der Landkreis Erding gehörten zu den hartnäckigsten Gegnern.

Während der Rede von Verkehrsminister Andreas Scheuer meldeten sich auch Demonstranten und brüllten „Das ist kein Grund zum Feiern.“ Scheuer konterte: „Mein Mikro ist lauter, als Ihre Brüllerei. Heute sind viele Gäste hier, wenn es nicht reicht, dann werden wir mit Ihnen eine Leberkässemmel teilen. Gehen Sie zur Feuerwehr oder zum Roten Kreuz und rücken Sie zu einem schweren Unfall auf der B12 aus. Das ist mit dem heutigen historischen Tag beendet.“

Nach der Eröffnung gleich der erste Stau

Günther Knoblauch und der Verein „Ja zur A94“ hatten über 100 Musikanten aus St. Wolfgang, Hohenlinden, Heldenstein, Ampfing, Mühldorf, Altötting, Neuötting und Eggenfelden organisiert, die gemeinsam bei dieser Freigabe spielten.

Die kirchliche Segnung nahmen Pater Janusz Gadk und die evangelische Pfarrerin Anette Schumacher vor.

Für die Gäste gab es Leberkässemmeln, Schweinswürstl, Fleischpflanzerl mit Brezen und dazu alkoholfreie Getränke und Tegernseer Bier.

Nach der Durchschneidung der Bänder in den Farben Schwarz, Rot, Gold und Weiß-Blau war die Verkehrsfreigabe der A94 offiziell besiegelt.

Im Anschluss starteten die Verkehrsminister zu einer Fahrt mit Oldtimern auf die A 94 – was zugleich zum ersten Stau auf diesem Abschnitt der A94 führte, der aber nach kurzer Zeit wieder aufgelöst werden konnte.

Autobahn ab

Mittag offen

Die Autobahn wird am heutigen Dienstag abschnittsweise freigegeben. Von München in Richtung Mühldorf können die Autofahrer voraussichtlich ab 12 Uhr die Schnellstraße nutzen, in Gegenrichtung nach München ab 16 Uhr.

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