Baumwollstoff statt Verpackungsmüll

von Redaktion

Tag der offenen Tür: In Töging finden Landwirtschaft und Nachhaltigkeit zusammen

In der Schulküche konnte man sich über die Artenvielfalt regionaler Gemüsesorten informieren und darüber, was man daraus alles zaubern kann.Fotos Becker

Töging – Mehrere hundert Besucher nutzten die Möglichkeit, einen Blick in die Landwirtschaftsschule in Töging zu werfen. Der Tag der offenen Tür am Amt für Ernährung Landwirtschaft und Forsten stand ganz im Zeichen von Nachhaltigkeit und Biodiversität.

Bienenwachstücher, gepflanzte Obstbäume oder Kartoffelsorten. Wohin man auch blickte, das Team von Schulleiter Josef Kobler hatte mit den Schülern wertvolle Informationen über moderne Landwirtschaft zu bieten.

„Das ist gar nicht so einfach!“, gestand der Mühldorfer Berufsschuldirektor Maximilian Heimerl anerkennend. Einige Schüler hatten nämlich ein umfangreiches Bilderrätsel vorbereitet: Pfaffenhütchen, Schneeball oder Sal- und Silberweide waren dabei von acht anderen heimischen Sträuchern zu unterscheiden.

Auch in allen anderen Räumen des Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten konnte man sich davon überzeugen, dass die Landwirtschaft heutzutage keineswegs mehr nur einseitig denkt. Während man sich zum Beispiel in der Schulküche interessante Rezepte aus den verschiedensten Zutaten aneignen konnte, zeigten Hauswirtschaftsschülerinnen, wie man auf einfache Weise Verpackungsmüll einsparen kann: ein Bienenwachs-Tuch ist leicht hergestellt, langlebig und außerdem wiederverwendbar. „Auf das Jojobaöl kommt es an, das macht‘s geschmeidiger“, erklärte Theresa Schwertfellner, während sie in wenigen Minuten eine solche Folie herstellte. Dazu bedarf es nur eines dünnen Baumwollstoffs, den man mit einer aufgewärmten Bienenwachsmischung bestreicht. Dann noch zwischen zwei Backpapieren bügeln – fertig.

Wie man dekorative Gegenstände, etwa für die anstehende Weihnachtszeit, aus regenerativen Stoffen fertigen kann, gab es bei Fachlehrerin Margarethe März und ihrer Klasse zu erfahren. Und digital wurde es im Raum nebenan, wo man sich nicht nur mittels einer VR-Brille audiovisuell über die moderne Landwirtschaft informieren konnte, sondern wo man zum Beispiel auch von neuen Smartphone-Apps erfahren konnte, die das Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten empfiehlt – darunter war zum Beispiel ein Saisonkalender, der über frisches Gemüse und Früchte aus der Region informiert. Hier Rezepte von Sterneköchen für die Resteverwertung, dort ein virtueller Ernährungsberater.

Keineswegs mobil, sondern einen festen Standort in der Wiese der benachbarten Verbund AG bekamen ein Birnen- und ein Zwetschgenbaum sowie zwei Apfelbäume. Auf dem Gelände vor der Landwirtschaftsschule, wo in den letzten Jahren schon eine ganze Reihe von Obstbäumen gepflanzt worden war fanden die vier Gewächse ihr künftiges Zuhause. Gespendet von Bürgermeister Tobias Windhorst, dem Bauernverband, der Firma Baierl und Demmelhuber und dem Maschinenring, durfte eine kleine Lehrstunde von Abteilungsleiter Markus Popp, über richtigen Baumschnitt und Tipps zum Versetzen von Bäumen, nicht fehlen.

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