Leader-Förderung für kalte Füße

von Redaktion

Mühldorfer Netz stärkt ländlichen Raum – Fast 40000 Euro Zuschuss für öffentliches Kneipp-Becken in der Stiftung Ecksberg

Buchbach/Mühldorf – Im Rahmen einer Feierstunde im Buchbacher Rathaus haben die Vorstände der Stiftung Ecksberg, Dr. Alexander Skiba, Stefan Reiter und Aytül Ghafur, den Leader-Förderbescheid über 39131,21 Euro entgegengenommen. Damit will die Stiftung Ecksberg ein öffentliches, barrierefreies Kneipp-/Tretbecken für jedermann schaffen. Die Stiftung Ecksberg will mit diesem Projekt eine Verbesserung der Beziehungen nach außen anstreben, um neben dem Café auch eine weitere Attraktion der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Die geplanten Kosten betragen rund 85000 Euro.

Die spätere Stiftung Ecksberg wurde 1852 von Pfarrer Joseph Probst aus dem Nichts als erste Anstalt für geistig Behinderte in Bayern gegründet. 1968 wurde die Einrichtung in „Stiftung Ecksberg“ umbenannt. Heute bietet die Stiftung in Ecksberg und in weiteren Außenwohngruppen für 686 Menschen mit geistiger, körperlicher und/oder seelischer Behinderung ein Zuhause.

Das Ziel der Stiftung Ecksberg ist es, ein ziemlich normales Leben für Behinderte zu bieten, also Teilhabe und Inklusion zu realisieren. Wie sich jedoch bei der Feierstunde herausstellte, gebe es offenbar in der heutigen Zeit immer noch Menschen, die die Stiftung Ecksberg als eine geschlossene Anstalt für Menschen mit Behinderung sehen und deshalb meiden. Es seien Ängste und Hemmungen gegenüber behinderten Menschen vorhanden, die aufgrund mangelnder Begegnung auch nicht abgebaut werden können. Um diese Barriere zwischen Menschen mit und ohne Benachteiligung abzuschaffen, beabsichtigt die Stiftung Ecksberg nun die Errichtung dieses Kneipp-/Tretbeckens in unmittelbarer Nähe der Bäckerei mit Café, die bereits Mitte 2020 im ehemaligen Stall des Gutshofes eröffnet werden soll.

Das neue Angebot kann von allen Bürgern sowie von den Bewohnern und Mitarbeitern der Stiftung Ecks-berg genutzt werden. Der angrenzende Inn-Radweg biete eine optimale Gelegenheit hierfür, da viele junge Familien ihn für Ausflüge nutzen.

Der neue Treffpunkt ist örtlich so gelegen, dass Menschen mit Mobilitätseinschränkungen ohne großen Aufwand das neue Angebot nutzen können. Der Vorsitzende des Mühldorfer Netzes, Thomas Einwang, erinnerte an die Anfänge der Leader-Förderung und des Mühldorfer Netzes am 16. Mai 2014. Damals sei der Leitsatz „Gut Leben im Landkreis Mühldorf, Heimat, Geborgenheit, Zusammenhalt, Barrierefreiheit“ für die Leader-Förderperiode ausgegeben worden. Diese Periode ende im nächsten Jahr.

Der Vertreter des für die Leader-Förderung zuständigen Amts für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Rosenheim, Sebastian Wittmoser, kündigte für den Rest dieser Förderperiode eine schnelle Vergabe der Restmittel an, was bedeute, dass diejenigen, die noch Anträge stellen, schnell zum Zuge kommen könnten. Er sei überzeugt, dass es im Landkreis Mühldorf noch genügend Projekte gebe – ob bei Kommunen, Stiftungen und Vereinen, auch Privatpersonen. „Die bislang unterstützten Projekte dienen nicht nur den Projektträgern, sondern in erster Linie der Bevölkerung, aber auch dem wachsenden Tourismus im Landkreis.“ram

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