A94: Resolution aus Obertaufkirchen

von Redaktion

Gemeinderat stellt sich hinter Lärmgeschädigte und spricht von Qualitätsmängeln

Obertaufkirchen – Immer mehr Beschwerden gehen bei der Gemeindeverwaltung in Obertaufkirchen wegen des Autobahnlärms der A94 ein. Tenor der Beschwerden: Den Anwohnern war zwar bewusst, dass es lauter werden würde, jedoch nicht in diesem Ausmaß. Daher waren für die Gemeinden Obertaufkirchen, Schwindegg, Rattenkirchen und Heldenstein insgesamt 900 Unterschriften für eine Nachbesserung des Lärmschutzes an den CSU-Landtagsabgeordneten Dr. Marcel Huber übergeben worden (wir berichteten.)

Nicht nur Schutz
von Fledermäusen

In der jüngsten Gemeinderatssitzung regte Obertaufkirchens Bürgermeister Franz Ehgartner (Heimattreue Obertaufkirchen) die Verabschiedung einer Resolution an. Sie war angelehnt an die Formulierung einer ähnlichen Resolution in Dorfen.

So beschreibt sie den unzureichenden Lärmschutz mit Anlagen, die als zu niedrig erachtet werden und die auf den Brücken lediglich Spritzschutzwirkung hätten, jedoch keine Immissionsschutzfunktion.

Es liege der Verdacht nahe, dass Planungs- und Ausführungsfehler vorliegen könnten. Außerdem werden Baumängel beim Oberflächenzustand der Fahrbahn und Qualitätsmängel bei den vorhandenen Lärmschutzanlagen befürchtet. Die Resolution hält auch fest, dass der Gemeinderat bereits 2011 Einwendungen gegen unzureichende Lärmschutzmaßnahmen vorgetragen hatte, diese aber zurückgewiesen wurden – zu Unrecht, wie das Gremium im Obertaufkirchener Rathaus fand.

Daher fordert die Gemeinde Obertaufkirchen, dass die Umsetzung des Planfeststellungsbeschlusses überprüft wird. Ebenso verlangt die Gemeinde die schnellstmögliche Ermittlung der Lärmwerte unter Berücksichtigung der Tages- und Nachtzeiten und unterschiedlicher Wetterlagen.

Vor allem aber sollen Nachbesserungen erfolgen, wie eine Erhöhung der Lärmschutzwälle und die Aufbringung von Flüsterasphalt, dort, wo es bisher nicht der Fall ist. Als weiteres Argument wurde angeführt, dass zum Schutz von 160 Fledermäusen in Schwindkirchen sogar Einhausungsmöglichkeiten debattiert worden seien, die sicherlich einen hohen zweistelligen Millionenbetrag gekostet hätte. Es sei daher nur konsequent, dass die Forderung eines Lärmschutzes für Menschen nicht an den Kosten scheitern sollte.

Einstimmiges Votum
im Gemeinderat

Als Erstmaßnahme sprach sich der Gemeinderat für ein Tempolimit aus, ein Ortstermin wurde vorgeschlagen. Die Resolution wurde vom Gemeinderat mit 15:0 einstimmig befürwortet.

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