„Jeden Tag eine neue Herausforderung“

von Redaktion

Es war kein Geheimnis, nun ist es aber offiziell: Sissi Schätz tritt wieder als SPD-Bürgermeisterkandidatin für Haag an. Für die Gemeinde will sie in einer zweiten Legislaturperiode regional und bürgernah arbeiten, die anstehenden Herausforderungen meistern, aber auch neue Ziele stecken.

Haag – „Mit Leib und Seele bin ich Bürgermeisterin. Das Amt liegt mir und stellt doch jeden Tag eine neue Herausforderung dar.“ So lautet die Kurzbilanz von Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD), die gerne die Devise von Landrat Georg Huber zitiert, dass „ein Bürgermeis-ter auf die Leute zugehen muss, um ihre Anliegen aufzunehmen, auch wenn es sich um Kleinigkeiten handle“. Schätz: „Genau das tue ich gerne.“ Während der letzten knapp sechs Jahre lernte sie allerdings auch das: „Man muss Kritik aushalten können und unangenehme Dinge anpacken.“

Ihre Bilanz fasst sie unter dem Tenor zusammen: „Es ist sehr vieles gelungen, was wir unter meiner Führung angepackt haben.“ Als wichtigste Erfolge nennt sie: „Das neue Trauungszimmer ist ein Aushängeschild für Haag. Und der Schlossturm ist saniert und seit dem Sommer regelmäßig geöffnet.“ Zudem sei der Schlosshof fertig gestaltet. Bei der St.-Martins-Feier des Gemeindekindergartens habe er seine erste Bewährungsprobe bestanden. „Kinder, Eltern und Großeltern haben das Ambiente des beleuchteten Schlosshofes genossen. Zudem ist er barrierearm und somit für viel mehr Menschen zugänglich.“

Die Münchener Straße sei in der angekündigten Bauzeit saniert worden. „Ich habe die ursprüngliche Planung bevorzugt, aber die Bürger haben sich für diese Variante entschieden. Maßgebend für mich ist, dass wir das Projekt erfolgreich zum Abschluss bringen konnten“, so Schätz. Im Zehentstadel werde eifrig für Kino, Café und Kleinkunstbühne in der alten Turnhalle geplant, für Pfarrheim im Westteil und Bücherei der Gemeinde und Pfarrei im Dachgeschoss. Für die großen Gebäude im Zentrum, also Rathaus und Zehentstadel, sowie die Realschule und die Grund- und Mittelschule werde ein Konzept für ein Nahwärmenetz erstellt, damit diese Gebäude künftig mit erneuerbaren Energien beheizt werden können. Dazu gehören auch das Hallenbad und die Turnhalle. Die Sanierung des Hallenbades habe bereits begonnen, so Schätz. „Wir können gemeinsam mit den umliegenden Gemeinden auch künftig unseren Kindern das Schwimmen lehren.“

Als „Herzensthemen“ nennt Schätz, Mutter zweier Kinder, eine gute Kinderbetreuung: „Die war für mich immer schon wichtig.“ Vor 20 Jahren habe sie mit den SPD-Gemeinderäten die Mittagsbetreuung an der Haager Grundschule initiiert: „Sie ist ein Erfolgsmodell geworden, das mit sechs Kindern begann und nun von rund 90 Kindern und ihren Eltern geschätzt wird.“ In der Mittelschule sorge die offene Ganztagsschule dafür, dass mit Hausaufgabenbetreuung und Freizeitangeboten auch die größeren Kinder nachmittags eine Anlaufstelle haben. Die Erweiterung des Kindergartens „Arche Noah“ läuft laut Schätz. Im nächsten Herbst würden 24 weitere Krippenplätze zur Verfügung stehen. Der Kindergarten sei dann energetisch und nach Ausstattung auf dem neuesten Stand.

Zu den Erfolgen zählt die Bürgermeisterkandidatin der Haager SPD zudem die Einrichtung des Familienzentrums mit Kindernest als wichtige Ergänzung, den Beitritt Haags zum Netzwerk „SoNNe“ mit Fahrdiensten, Essen auf Rädern und Demenzbetreuung und das Angebot des Citymobils am Mittwochnachmittag zum Einkaufen.

Ein soziales Thema werfen bezahlbare Wohnungen auf und fehlende Möglichkeiten für junge Haager, hier zu bauen. Das Thema sozialer Wohnungsbau will sie nicht in den Wahlkampf tragen. Zum Reizthema Grundstücke erinnert Schätz an ihre eigene Initiative, mit der sie das Einheimischenmodell im Ansiedlungsmodell neu aufgelegt habe. Ein erstes Grundstück habe die Gemeinde vom Projekt „Fliederstraße“ erworben.

Den Herausforderungen des Umwelt- und Klimaschutzes begegnet sie damit, dass die Gemeinde Haag „100 Prozent Ökostrom bezieht, große Teile der Straßenbeleuchtung auf LED-Technik umgestellt sind, die Gemeindemitarbeiter zwei E-Fahrzeuge benutzen und für die großen Gebäude im Zentrum, von Zehentstadel bis zu den Schulen, ein Konzept zum Nahwärmenetz erstellt wird“. Federführend setzte sie sich für das neue Personenverkehrsnetz ein: „Nächstes Jahr soll der Stundentakt nach Mühldorf kommen.“ Über 20 Jahre organisiert sie die Müllsammelaktion „Ramadama“ persönlich.

Stundentakt kommt
nach Mühldorf

Unter die kulturelle Bilanz reiht sie die Ausstellungen mit Otti Fischer und Peter Schwenk, das Straßenfest und den „Musiksom-mer“.

Als Ziel setzt sich Schätz zunächst die Neugestaltung der Ortsmitte: „Dabei geht es für mich um viel mehr, als die Hauptstraße zu sanieren und den Bräuhausplatz zu verschönern. Es geht darum, dass wir Haager und unsere Besucher die Hauptstraße und den Bräuhausplatz als Ort erleben, an dem sie sich gerne aufhalten. Wir brauchen ein Konzept, das viele Interessen berücksichtigt und einbezieht.“ Die Beteiligung der Gewerbetreibenden, Anlieger und Bürger sei gefragt.

Anstehende Projekte betreffen einen weiteren Trinkwasserbrunnen, Straßensanierungen, die Renovierung der Friedhofskapelle und das Kulturprogramm: „Dazu lade ich alle ein mitzumachen.“

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