Buchbach – Da das Gasthaus zum Falken am Jahresende schließt, haben zahlreiche Vereine, Organisationen und Stammtische ein Problem: Wo sollen sie sich in Zukunft für Versammlungen und Ähnliches treffen? Das hat jetzt auch den Marktgemeinderat beschäftigt, der nach Lösungen gesucht hat. Dabei war aber auch die Frage aufgetaucht, die durchaus kontrovers diskutiert worden war: Ist die Gemeinde hier in der Bringschuld, sich um einen Versammlungsort für die Vereine kümmern zu müssen.
Gemeinderat diskutiert Lösungen
Zweiter Bürgermeister Karl-Heinz Kammerer (Freie Wähler Buchbach) berichtete von einem Gespräch mit dem Eigentümer und Vereinsvertretern, bei dem es um die Möglichkeiten zur weiteren Nutzung des Gebäudes auszuloten. Kammerer erinnerte, dass der Pachtvertrag für das Gasthaus Ende des Jahres ausläuft. Der Eigentümer könnte sich aber vorstellen, dass Vereine die Räume gegen eine Nutzungsgebühr nutzen können.
Dabei wurde aber deutlich, dass einige Vereine dann das Gasthaus nicht mehr als Treffpunkt nutzen werden. Kammerer wusste konkret von der Feuerwehr und Anton Bauer (Freie Wähler Buchbach) vom 1860 Fanclub und vom MSC, dass sie nicht bereit sind, Pacht zu zahlen. Kammerer ergänzte, dass sich der Eigentümer einen festen Ansprechpartner wünsche, und brachte die Variante ins Spiel, die Gemeinde könne das Gasthaus für eine Übergangszeit pachten und Vereinen zur Verfügung stellen.
Hier intervenierte Bürgermeister Thomas Einwang (CSU/Parteifreie/Wahlvorschlag Ranoldsberg), der klar machte, dass man sich in einer steuerrechtlichen Grauzone bewege, wenn die Gemeinde als Betreiber des Gasthauses auftrete. Genauso wie Manfred Kroha (CSU/Parteifreie) hält er es für die bessere Variante, wenn sich ein Verein findet, der diese Aufgabe übernimmt. Einwang meinte, ein Verein könnte damit sogar Einnahmen generieren. Manfred Kroha erinnerte daran, dass im Hotel Renner ein Nebenraum entstehen soll. Bis dahin müsse eine Lösung gefunden werden.
Markus Sengmüller und Josef Hargasser sprachen sich dagegen aus, dass die Gemeinde hier aktiv wird: „Wir bezahlen die Ausgaben und alle privaten Wirte sind die Dummen“, brachte es Sengmüller auf den Punkt. Auch wenn das Wirtsehepaar seine Unterstützung signalisiert hat, falls sich ein Verein finden sollte, war klar, dass es nur eine Übergangslösung sein kann.
Vorbild: Bürgerhaus
in Schwindegg?
Dr. Wolfgang Limmer (CSU/Parteifreie) monierte wie Monika Winter-Ganser (Freie Wähler Buchbach), dass die Gemeinde sich für eine Übergangslösung den Kopf zerbricht. „Es krankt daran, dass der Eigentümer nichts investieren will. Und in dem derzeitigen Zustand wird er das Gebäude sicher nicht wieder verpachten können“, sagte Limmer. Manfred Kroha gab zu bedenken, dass man dann wieder ein leer stehendes Gebäude im Ortskern habe: „Wie geht die Geschichte für die Gemeinde weiter?“
Auch das Kulturhaus war im Gespräch. Auch dort wären Versammlungen und Ähnliches denkbar. Bürgermeister Einwang berichtete vom Bürgerhaus in Schwindegg, das von der Gemeinde an Vereine vermietet werde. Allerdings braucht die Gemeindeverwaltung einen zusätzlichen Mitarbeiter, der sich um die Organisation und Verwaltung kümmert.
Letztlich wurde dieser Tagesordnungspunkt ohne Ergebnisbeendet. Ein weiteres Gespräch soll Ende des Jahres stattfinden.