Finanziert durch Spendengelder aus Deutschland: eine Elementarschule auf der Insel Culion.Foto Rothlehner
Neumarkt-St. Veit – Handwerkliches und Kulinarisches – dafür ist der Weihnachtsgarten in Neumarkt-St. Veit bekannt. Dass beim beliebten Christkindlmarkt im ehemaligen Krabbeanwesen auch die Ärmsten nicht vergessen werden, dafür sorgt der ehrenamtliche Diakon Walter Rothlehner, der seit Jahren schon die Philippinenhilfe organisiert.
Walter Rothlehner ist im Pfarrverband nicht nur als Diakon tätig. Der Vorsitzende und Gründer der Hilfsorganisation „Philippinenhilfe“ sammelt in Form einer Tombola bereits seit Jahren Geld an seinem Stand im Weihnachtsgarten.
Ernährungshilfe und
Ausbildungszentren
Es sind inzwischen fast 40 Jahre, in denen er mit seiner Familie und später – seit etwa zehn Jahren – mit dem Förderverein Philippinenhilfe e.V. auf dem philippinischen Inselarchipel in Ostasien Hilfe zur Selbsthilfe bei den Ärmsten der Armen leistet. „Angefangen hat alles vor 38 Jahren. Mit einer kleinen Schule bei Manila, die Platz für 70 Schüler bot“, erzählt der 72-jährige Seelsorger. Inzwischen ist daraus die „Polytechnische Universität Quezon City“ gewordendie heute über 4000 Schüler und Studenten besuchen. „Ein Projekt, das wir nicht mehr unterstützen. Nicht mehr unterstützen müssen“, korrigiert sich Rothlehner umgehend.
Denn die Einrichtung, die als Dorfschule ihren Anfang genommen hat, trägt sich mittlerweile selbst, benötigt keine Hilfe mehr aus dem Ausland. „Unsere Aufgabe ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu geben“, führt Rothlehner weiter aus. Auf diese Art und Weise hat seine Philippinenhilfe in knapp vier Jahrzehnten 50 verschiedene Projekt unterstützt.
Diese umfassen Ernährungshilfe für unterernährte Kinder, Ausbildung in Schulen und Berufen und die Unterstützung von zwei Heimen für Waisen. Rothlehner und seine Helfer haben Bewässerungsanlagen für Feldwirtschaft und sauberes Trinkwasser gebaut; der Verein kümmert sich um Soforthilfen bei Naturkatastrophen, die die Inseln heimsuchen. „Taifune, Erdbeben, Vulkanausbrüche, Überschwemmungen und Tsunamis gibt es jährlich mehrere“, berichtet er.
Aktuell ist es ein Großprojekt bei Davao, einer Stadt auf der philippinischen Insel Mindanao, das der Verein unterstützt. Erst im Januar war Rothlehner auf die Philippinen geflogen, um den Startschuss für eine Ausbildungsstätte zur Lederverarbeitung zu geben. Man lehrt Schuster und die Herstellung von Lederwaren, „mit dem Ziel, dass die Auszubildenden später ihre Familie ernähren können!“ 26 junge Menschen besuchen die Ausbildungsstätte, die auf 80 aufgestockt werden könne. Auch dafür sind die Einnahmen durch Spenden, die Beiträge der 154 Mitglieder, Veranstaltungen, darunter auch die Tombola im Weihnachtsgarten, die ohne Abzug, also zu 100 Prozent, an die Hilfsprojekte weitergeleitet werden. Ausgaben wie Porto, Verwaltung und die Reisekosten der Überprüfungsbesuche auf den Inseln bezahlt der Vorsitzende aus eigener Tasche.
Nicht sein
letztes Projekt
„Die mit vielen gestifteten attraktiven Preisen bestückte Tombola in Neumarkt-St. Veit ist für uns und unseren Verein eine wichtige Einnahmequelle geworden um Hilfe zur Selbsthilfe leisten zu können. Ohne unsere Spender, Loskäufer, Helfern und Mitglieder wäre es niemals möglich, dass wir schon tausenden von Menschen dort Hoffnung und Zukunftsperspektiven geben konnten.“ Ginge es nach ihm, dann kann es noch Jahre so weitergehen. „Der Herrgott hat mir eine gute Gesundheit gegeben. Jetzt in der Rente habe ich umso mehr Zeit dafür.“ Es wird also nicht das letzte Projekt sein, das der 72-Jährige aus eigener Kraft unterstützt.