Neumarkter wollen mehr Grün

von Redaktion

Welche Standorte sind denkbar? Gespräch mit Terrassenbetreibern soll Klarheit bringen

Neumarkt-St. Veit – Links ein Baum, rechts ein Baum, in der Mitte Zwischenraum: In der Tat bleibt nicht mehr allzu viel Grün übrig, wenn die Stadtplatzsanierung nach den bisherigen Plänen umgesetzt werden sollte. Schon in der Sondersitzung des Neumarkt-St. Veiter Stadtrates vor zwei Wochen hatten Mandatsträger unterschiedlicher Fraktionen ihren Unmut darüber geäußert, dass zu viele Bäume einem Kahlschlag zum Opfer fallen würden. In der Beschlussfassung war dann vereinbart worden, dass die Planerin Christina Lehner Nachbesserungen vornehmen sollte. Konkret bedeutet das: Standorte finden, wo die Pflanzung weiterer Bäume möglich wäre. Nächsten Mittwoch, 4. Dezember, erörtert nun der Bau- und Umweltausschuss der Stadt Neumarkt-St. Veit die Modifizierungen.

Dialog mit Gastronomen

Grundlage für diese Überarbeitung der Planungen werden auch die Gespräche mit Anliegern sein, etwa mit den Besitzern von Gastterrassen auf dem Neumarkt-St. Veiter Stadtplatz. In Vertretung des Bürgermeister Erwin Baumgartner hatte sich dessen Stellvertreter Michael Asbeck und Natascha Engelmann aus dem Bauamt in den vergangenen Tagen auf den Weg gemacht, um Lösungsmöglichkeiten vor Ort zu erörtern.

Wie dazu Asbeck erklärt, gehe es konkret um die Terrassen vor dem Vitusstüberl, vor dem Gasthof „Zur Post“, vor der Eisdiele von Fabrizio Chinarello und vor Simseks Dönerladen, wo möglicherweise noch Bäume gepflanzt werden könnten. „Völlig ergebnisoffene Gespräche“, fügt der Zweite Bürgermeister hinzu.

Nicht nur bei diesen Gesprächen spiele es eine Rolle, inwieweit Bäume erhalten werden können. Es mache nach Ansicht Asbecks keinen Sinn, kleine, offenbar erkrankte Linden, die Asbeck auch als „Verreckerlinge“ bezeichnet, zu erhalten. „Die sind nix, und werden auch nix mehr!“ Das müsse man dann auch eingestehen. Der groß gewachsene Baum am Gasthof „Zur Post“, könne möglicherweise erhalten bleiben.

Nicht nur bei den Bäumen – auch bei der Diskussion um das Leitsystem für sehbehinderte Menschen war man sich bei der Sondersitzung nicht einig geworden. Planerin Lehner selbst war es, die vorgeschlagen hatte, eine Entscheidung diesbezüglich zurückzustellen, solange keine Einschätzung der Fachgremien vorliege.

Kompromiss beim Leitsystem gefunden?

Auf der Musterfläche vor dem ehemaligen Neumarkter Rathaus waren zwei Varianten angelegt worden. Eine Leitlinie, die durch einen Oberflächenunterschied zwischen ebenem Material (Platten) und rauem Material (Segmentbogen) tastbar ist. Und eine Leitlinie, die durch Rillensteine aus Natursteinmaterial tastbar ist.

In Gesprächen mit den Betroffenen hatte sich dann herausgestellt, dass man sich Rillensteine auf der gesamten Länge des Stadtplatzes eigentlich sparen könne. Der Oberflächenunterschied alleine würde reichen, damit die Leitlinie spürbar ist, hieß es dazu in der Sondersitzung Mitte November.

Im Gesamtbild hatten sich die Betroffenen eine höhere Kontrastwirkung gewünscht, wobei der Bayerische Blinden- und Sehbehindertenbund dieser Kontrastwirkung eine weniger hohe Bedeutung beigemessen hatte. Und das Landesamt für Denkmalpflege hatte sich hinsichtlich des Leitsystems für eine gestalterisch möglichst verträgliche Einbindung in den Stadtboden ausgesprochen.

Viele Meinungen, für die eine Kompromisslösung gefunden werden sollte. Die Entscheidung für das taktile System wird nun ebenfalls im Bauausschuss fallen. Was ebenfalls mit der Stadtplatzneugestaltung zu tun hat und zu erörtern ist: Die Vorstellung der Elektroplanung und das Ergebnis der hydrodynamischen Nachberechnung des Kanalsystems Stadtplatz.

Eine neue Brücke

für Hofthambach

Thema der Sitzung sind auch Baupläne – unter anderem der Neubau eines Regenrückhaltebeckens in der Weiherstraße. Und auch der Antrag auf Vorbescheid zum Neubau von zehn Wohneinheiten und Carports an der Von-Taxis-Straße steht erneut auf der Tagesordnung. Der Ausschuss will einen Billigungs- und Auslegungsbeschluss zur Außenbereichssatzung „Rott“ fällen und einen Aufstellungsbeschluss zum Bebauungs- und Grünordnungsplan „Adlsteiner Straße“.

Für die neue Brücke in Hofthambach wird die Entwurfsplanung vorgestellt, ein Maßnahmenbeschluss ist zum Bau eines Mobilfunkmastens nötig und auch zur Sanierung der kleinen Sporthalle. Die Sitzung beginnt um 18.30 Uhr.

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