Ampfing – Der Pfarrverband Ampfing ist künftig Ausbilder für „Kauffrau/Kaufmann für Büromanagment“. Damit geht ein Pilotprojekt erfolgreich zu Ende.
Die Idee dazu entstand bereits im vergangenen Jahr. Verwaltungsleiter Christian Nieberle hatte die Idee beim Erzbischöflichen Ordinariat vorgebracht und damit offene Türen eingerannt. Erste Gespräche zeigten, dass die Kirchenstiftung Ampfing in Kooperation mit dem Erzbischöflichen Ordinariat die Voraussetzungen erfüllen kann, um den Beruf Kaufmann/Kauffrau für Büromanagement auszubilden.
Zwei
Praxistests
Wie das in der Praxis aussehen kann, das wurde zunächst in zwei Ausbildungskooperationen erprobt. In einem ersten Schritt war Livia Hübner, Auszubildende im Erzbischöflichen Ordinariat München, im Herbst vergangenen Jahres für vier Wochen im Pfarrverband tätig. Ein erster Praxistest, wie es laufen soll. Nach einer ersten positiven Bewertung der zweite Praxistest. Samantha Löffler war dann schon im Zuge ihrer Ausbildung ein halbes Jahr in Ampfing. Am Ende stand auf beiden Seiten – Auszubildende und Mitarbeiter in der Verwaltung – ein positives Resümee.
Fehlte nur noch, dass Verwaltungsleiter Christian Nieberle und Pfarrsekretär Stefan Erfurt im Oktober ihre Prüfungen zum Ausbilder erfolgreich ablegten und die Finanzierungszusage aus dem Erzbischöflichen Ordinariat München kam. Selbst nach dem Ende ihrer Zeit in Ampfing denken Livia und Samantha gerne daran zurück. „Die Arbeitsatmosphäre im Pfarrbüro ist sehr wertschätzend und die Themen im Tagesgeschäft vielfältig“, erinnert sich Livia Hübner an ihre Zeit. Auch für Samantha war die Zeit in Ampfing etwas besonders, denn: „Als Azubi des Erzbischöflichen Ordinariats hat man nur selten die Gelegenheit, auch mal hinter die Kulissen zu sehen.“ Ganz bewusst wurde Samantha der Unterschied zwischen der Arbeit im Erzbischöflichen Ordinariat und im Pfarrbüro. „Man erlebt beim Parteienverkehr die Menschen in sehr unterschiedlichen Lebenslagen: Glückliche Paare, die ihr Kind taufen lassen wollen oder heiraten möchten, aber auch Männer und Frauen deren Partner, Mutter, Vater oder Kind gerade verstorben ist. Das war mir anfangs nicht bewusst.“ Entsprechend beeindruckt sei sie auch gewesen, wie die Mitarbeiter des Pfarramts mit den Menschen in den verschiedenen Lebenslagen umgegangen seien. „Für mich war es eine tolle Zeit, an die ich noch nach meiner Ausbildung denken werde.“
Auch Livia Hübner schätzte die Abwechslung bei ihrer Arbeit in Ampfing. „Kein Tag im Pfarrbüro war wie der andere. Es war schön, mal aus der zentralen Verwaltung im Ordinariat München rauszukommen und die Arbeitsabläufe in einer Pfarrei vor Ort kennenzulernen.“
Herausforderung auch
für den Ausbilder
Ansprechpartner für die beiden war Pfarrsekretär Stefan Erfurt, der künftig auch die Ausbildung leiten wird. Mit dem erfolgreichen Pilotprojekt hat auch er sich auf etwas Neues eingelassen. „Man weiß nicht genau, was einen erwartet. Aber man macht sich im Vorfeld schlau, hält Kontakt mit der Ausbildungsleitung im Ordinariat und bereitet sich gut vor.“ Er lobt die beiden jungen Frauen, die engagiert, sympathisch und neugierig, teilweise aber auch überrascht waren, welche Arbeiten in einem Pfarramt anfallen und wie abwechslungsreich ein Arbeitstag sein kann. Seit 25 Jahren arbeitet Stefan Erfurt im Pfarrbüro. Das Büffeln für die Ausbildereignungsprüfung der IHK hat sich gelohnt: Ab September ist er Ausbilder – eine neue Herausforderung für ihn. „Ich habe für mich herausgefunden, dass junge Menschen mein Arbeitsleben bereichern. Nicht nur sie lernen von mir, sondern ich lerne auch von ihnen.“