Ampfing – Es ist die Nacht vor der großen Schlacht im Jahr 1322: Auf der einen Seite das österreichische Heer um Friedrich von Habsburg, auf der anderen Seite das bayerische Heer um Ludwig von Wittelsbach, das zahlenmäßig deutlich unterlegen ist. Es ist ein Kampf um die Krone, den die Gemeinde Ampfing 700 Jahre später auf die Bühne bringen will.
Fast drei Jahre sind es noch bis zum großen Freilicht-Spektakel. Aber Thomas Huber hat längst ein erstes Konzept im Kopf, das er mit seinem Bruder entworfen hat und mit der Gemeinde umgesetzt werden soll. „Kein reines Theaterstück soll es werden, sondern die Besucher sollen vollständig in die Welt der Ritter eintauchen“, sagt Tobias Huber. Pferde, Kampfszenen, Lagerleben und Markttreiben – damit sollen die Besucher das Gefühl bekommen, in das Mittelalter einzutauchen.
1922: Sonderzüge
aus München
Auch einen Schauplatz gibt es schon. Was bietet sich besser an, als die Fläche westlich der Grünen Lagune, dessen Szenerie miteinbezogen werden soll. An drei Wochenenden zwischen Mitte August und Mitte September sind die Aufführungen geplant. Je nach Nachfrage ist auch ein viertes Wochenende möglich. Mit etwa 1200 bis 1500 Besuchern pro Aufführungen plant die Gemeinde. „Wir sind überzeugt, dass die Nachfrage da sein wird“, ist sich Bürgermeister Josef Grundner sicher.
Nicht zum ersten Mal seit der großen Schlacht werden dann wieder Ritter in der Gemeinde sein. Fast 100 Jahre ist es her, als die Ritter ein erstes Mal nach Ampfing zurückkehrten. 1922 – also 600 Jahre nach der Schlacht von Ampfing – gab es die „Gedenkfeier zur Kaiserschlacht bei Ampfing“ als Singspiel. Mit Sonderzügen aus München kamen damals die Zuschauer angereist.
1988 zur 1200-Jahr-Feier von Ampfing gibt es die erste Wiederaufführung, initiiert von Heinz Huber. Aus dem früheren Singspiel wurde ein großes Freilicht-Theater mit Pferden und mehr als 80 Komparsen. An diese Idee will auch Tobias Huber anknüpfen, aber keine Kopie daraus machen. „Es soll einen modernen Ansatz bekommen, aber der Geschichte und dem Theaterstück treu bleiben“, sagt Huber. Begeisterung für die Ritterromantik mit modernen Möglichkeiten, ein Bühnenspiel für die ganze Familie.
Tief in die
Historie eingetaucht
Der Kampf um die Krone zweier Männer, die wie Brüder am österreichischen Königshof aufgewachsen sind und sich bei Ampfing in der Schlacht gegenüberstehen. Mit wenigen Sätzen umreißt Tobias Huber die Geschichte zur großen Schlacht, die der Grundstein für die heutige Freundschaft zwischen Bayern und Österreich sind. Mit seiner Arbeit für das Freilicht-Spektakel ist er noch tiefer in die Historie eingetaucht.
Es geht nicht um die Hintergründe, die ohnehin längst bekannt sind, sondern um kleine, aber wichtige Details. Welche Kleidung haben die Menschen damals getragen, welche Rüstungen gab es. „Unser Ziel ist, klar zu definieren, was ist aus dieser Zeit. Aber uns ist auch klar, dass wir hin und wieder Kompromisse eingehen müssen“, sagt Huber.
Von Ampfing für Ampfing – das soll dieses Freilicht-Schauspiel ausmachen. Wer mag, kann sich einbringen – in welcher Funktion auch immer. Ritter, Reiter, eine der 30 Sprechrollen, Requisite oder Maskenbild? Für alle Abteilungen werden Leute gesucht, natürlich auch für die Hauptrollen des Spiels. Bis zu 300 Mitwirkende soll es geben. „Ampfing miteinand. Das Dorf arbeitet gemeinsam an diesem Projekt und wir wollen alle miteinbeziehen“, sagt Huber. Das Stück soll aus Ampfing heraus entstehen.
„Es soll ein Gemeinschaftsprojekt mit den Bürgern werden“, sagt Bürgermeister Josef Grundner. Ob Jung oder Alt, Alteingesessener oder Neubürger als Schauspieler, Komparse oder Helfer – jeder könne sich in das Stück einbringen. „Es gibt für jeden etwas. Wir brauchen Leute, die mit anpacken.“
Was alles möglich ist und was die Gemeinde genauer plant, dazu gibt es eine Info-Veranstaltung am 31. Januar im Gasthaus Hinterecker in Ampfing. „Wir hoffen, dass wir die Leute begeistern können, aktiv bei dem Spektakel mitzumachen“, sagt Grundner.