Strom: Verbrauch sinkt, Erzeugung steigt

von Redaktion

Ertrag des Stroms aus erneuerbaren Energien steigt weiterhin in Neumarkt-St. Veit

Neumarkt-St. Veit – Auch wenn sich der Stadtrat von Neumarkt-St. Veit in diesem Jahr gegen das Solarprojekt eines privaten Investors in Wolfsberg entschieden hat: Die Stadt mit ihren Bewohnern bleibt weiterhin auf dem Vormarsch, was die Erzeugung von erneuerbarer Energie betrifft. Wie Bürgermeister Erwin Baumgartner bei der Bürgerversammlung im Fruhmannhaus deutlich machte, wird in Neumarkt-St. Veit inklusive seiner Außenbereiche mehr regenerative Energie gewonnen als in der Gesamtbilanz verbraucht wird. Energieverbrauch und -gewinnung in Relation gesetzt bedeutet das einen Wert von 113,2 Prozent. Erstmals hatte sich die Energiebilanz 2017 umgedreht, sprich, von diesem Zeitpunkt an wurde mehr Strom durch regenerative Energiegewinnung erzeugt als in der Stadt verbraucht wurde.

Die Wende kam
im Jahr 2017

Den Ertrag gab Baumgartner mit 26,63 Millionen Kilowattstunden (kWh) an. „Rechnet man die Stromgewinnung über die Kraftwärmekopplung dazu, kommen wir sogar auf eine Quote von 114,3 Prozent“, fügte Baumgartner hinzu. Der in Neumarkt-St. Veit und Umgebung erzeugte Strom erhöhe sich damit um weitere 250000 auf 26,88 Millionen kWh.

In weiteren Zahlen ausgedrückt stellt sich die Energiebilanz für Neumarkt-St. Veit wie folgt dar: Der Stromverbrauch betrug im Jahr 2018 rund 23,5 Millionen Kilowattstunden. Besonders erfreulich dabei: Der Verbrauch hatte sich auch in diesem Jahr weiterhin reduziert, und zwar um rund 700000 kWh gegenüber dem Vorjahr (2017: 24,3 Millionen kWh). Der Trend zum Stromsparen habe sich also fortgesetzt, stellte Bürgermeister Baumgartner erfreut fest und brachte zum Vergleich die Zahlen von 2008, als in Neumarkt-St. Veit noch 32,3 Millionen kWh verbraucht wurden. 11,8 Prozent der verbrauchten Energie konnte damals durch regenerative Energieträger abgefangen werden (damals 3,8 Millionen kWh).

Dass der Trend des Stromsparens weiterhin anhält, macht Baumgartner auch an der Tatsache fest, dass die Stadt Neumarkt-St. Veit innovative Ideen umsetzt, beispielsweise in der Umstellung der Straßenbeleuchtung auf LED. Aktuell seien von 774 Leuchten bereits 729 auf stromsparendes LED umgerüstet worden – eine Verbrauchsminderung von mehr als 150000 kWh. Lag der Stromverbrauch zum Betrieb der Langfeldleuchten noch bei 191000 kWh, betrug er im Jahr 2019 nur noch 37500 kWh.

Weit über 500 Fotovoltaikanlagen

Zusammenfassend gab Baumgartner dann auch noch einen Überblick über die Verteilung der Anlagen und deren Entwicklung in den vergangenen zehn Jahren. 2008 seien es nur zwei Anlagen gewesen, die über die Kraftwärmekopplung Energie erzeugt hätten. 2018 waren es dann schon zehn. Der Ertrag sei von 8313 kWh auf nun 250000 kWh gestiegen. 2008 hatte die Stadt mit ihren Außenbereichen 112 Fotovoltaikanlagen installiert, hauptsächlich auf den Dächern von Privathäusern. Heute sind es 548 Anlagen, die Strom erzeugen, darunter auch einige Freiflächenanlagen. Und auch in Sachen Biomasse hat sich Einiges getan. Eine Anlage war es noch im Jahr 2008, zehn Jahre später speisen bereits fünf Anlagen Strom aus Biomasse in das Netz ein.

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