Wie viele italienische Gemeinden es gibt, auf deren Piazze ein bayerischer Christbaum steht, das lässt sich nicht feststellen. Mit ziemlicher Sicherheit dürfte jedoch die italienische Kommune Caneva die einzige sein, in der in den vergangenen 15 Jahren ununterbrochen eine Tanne aus oberbayerischen Gefilden den Marktplatz geschmückt hat. 2018 sollte eigentlich Schluss sein damit. Doch es war eine Fügung des Schicksals, dass die Familie von Johann Sax aus Egglkofen just zur Adventszeit ihre Tanne im Garten fällen wollte. Neumarkts Bürgermeister Erwin Baumgartner hatte davon Wind bekommen und den Freundeskreis Caneva informiert. Der war sogleich mit einigen Vereinsmitgliedern vor Ort, um den zehn Meter langen Baum zu fällen und transportfähig zu verladen, damit ihn der Christbaumbote Jürgen von Roennebeck ins 450 Kilometer entfernte Caneva bringen konnte. Rechtzeitig zum ersten Advent wird die Tanne nun den Marktplatz von Caneva schmücken, wenn er heute feierlich beleuchtet wird. Dabei wird aber nicht nur von Roennebeck vor Ort sein. Ein vollbesetzter Bus mit dem Chor „Vitus Singers“ hat sich gestern auf den Weg in den Süden gemacht, musikalisch wird die Illumination dann vom Neumarkter Chor begleitet. Nicht die einzige Geste aus Oberbayern alljährlich zur Adventszeit im Friaul. Die „Vitus Singers“ werden sich auch in der Kirche San Tomaso platzieren, wenn am Sonntag zum ersten Advent die erste Kerze des bayerischen Adventskranzes entzündet wird. Das Foto links zeigt die Mitglieder des Freundeskreises bei den Vorbereitungen vor dem Abtransport nach Caneva (von links): Baumspender Johann Sax, Arno von Roennebeck, Monika Laubenstein, Johann Paintmeier, Tamara Eggelaar, Klaus Burghardt und Jürgen von Roennebeck. Fotos Von Roennebeck