Neumarkt-St. Veit – Es ist gerade mal ein halbes Jahr her, dass die Volkshochschule von Neumarkt-St. Veit mit Sandra Büge die neue Geschäftsführerin der Erwachsenenbildung in der Rottstadt vorgestellt hatte. Diese Ära endet nach nur 244 Tagen: Am kommenden Mittwoch wird die 40-Jährige im Rahmen der Weihnachtsfeier der VHS als Geschäftsführerin verabschiedet.
Eher Pädagogin
als Verwalterin
Büge begründet ihren Abschied damit, dass sie sich eher als Erwachsenenbildnerin sieht, nicht als Verwalterin. „Mein Steckenpferd ist eher die Seminararbeit. Als gelernte Pädagogin bin und bleibe ich Erwachsenenbildnerin und nicht die Verwalterin von Erwachsenenbildung“, begründet sie ihren Rückzug aus der geschäftsführenden Ebene. Ihre berufliche Zukunft, zumindest als Hauptberuf, sehe sie deswegen nicht in der VHS.
Büge betont, es sei ihr ein Herzensanliegen gewesen, diese wichtige Institution der Erwachsenenbildung in Neumarkt zu erhalten. Und das sei gelungen. Denn im Verlauf von nur einem Semester habe man eine Geschäftsstelle etabliert, die Verwaltung sei digitalisiert und das Programm um mehr als 60 Veranstaltungen erweitert worden. Sie sei überwältigt davon, „wieviel positiven Zuspruch wir in den letzten Monaten erhalten haben, was sich nicht zuletzt auch in vielen ausgebuchten Veranstaltungen widerspiegelt.“ Die neue Internetpräsenz spreche nicht nur eine große Öffentlichkeit an, auch einige Dozenten seien auf das neue Bildungsprogramm bereits aufmerksam geworden. Sie wünsche sich, dass das Interesse bei Menschen geweckt würde, die sich vorstellen könnten, leitende Funktionen in der Volkshochschule zu übernehmen. Als Glücksgriff bezeichnet sie die Geschäftsstellenleiterin Brigitte Häglsperger, die seit August Know-how und Engagement einbringe.
Enormes Tempo
hingelegt
„Wir haben ein enormes Tempo hingelegt in den vergangenen sechs Monaten, Einiges ins Rollen gebracht und einen wahnsinnig guten Neustart hingelegt. Sandra Büge hat eine tolle Arbeit geleistet und binnen kürzester Zeit die VHS wieder zu einem strahlendem Stern gemacht, der weit über die Stadtgrenzen hinaus leuchtet“, überschlägt sich Kulhanek mit Lob über die Tätigkeit Büges in den vergangenen Monaten.
In der Tat hatte die 40-Jährige ein rasantes Tempo hingelegt, im September bereits, nach nur fünf Monaten Vorbereitungszeit ein Programm zur Erwachsenenbildung vorgelegt, das beeindruckt: Ein komplett neues Programmheft, angelehnt an den großen Bruder in der Kreisstadt, mit ansprechendem Erscheinungsbild. Ein moderner Internetauftritt, dazu ein VHS-Büro im Herzoglichen Kasten.
Michael Kulhanek äußert sich optimistisch, dass die VHS weiter lebt. Man werde jetzt nicht in Hektik verfallen und umgehend einen Ersatz für Sandra Büge suchen. Die geschäftsführenden Tätigkeiten werde zunächst die Vorstandschaft übernehmen, zumal aktuell nicht feststeht, welches Konzept im Zuge der personellen Besetzung des Geschäftsführers umgesetzt wird. Kulhanek bezieht sich auf den Vorschlag von Bürgermeister Erwin Baumgartner, die Kräfte zu bündeln, die Geschäftsführung der VHS und die Konzeption des Neumarkt-St. Veiter Kulturprogramms in eine Hand zu geben, womöglich sogar mit zentralem Sitz im Rathaus. Solange das weitere Prozedere in dieser Sache nicht feststehe, mache es keinen Sinn, die Stelle neu auszuschreiben.
Kulhanek will abwarten. Froh ist er aber darüber, dass Büge als Dozentin der Volkshochschule erhalten bleibt. „Kurse zu leiten, vor allem die pädagogische Seite: Das ist ihr Steckenpferd!“
Programm steht
bis Herbst 2020
Die Kurse finden jedenfalls wie geplant statt –und das sogar über das aktuelle Semester hinaus bis Herbst 2020. „Soeben haben wir das neue Kursprogramm für Frühjahr und Sommer 2020 fertig gemacht!“
Abwechslungsreich soll es laut Büge sein, mit vielen neuen Ideen und umfangreicher als das vorangegangene. Deswegen ist Büge auch überzeugt: „Es wird nicht nur gut, sondern sehr gut weitergehen mit unserer Volkshochschule!“