Gutes Wasser und genügend Sonne

von Redaktion

Nitratwert in Niederbergkirchen unter der Nachweisgrenze – Fotovoltaik rechnet sich

Niederbergkirchen – 1000 Liter Wasser für nur 70 Cent – ein Schleuderpreis, wenn man bedenkt, wie gut die Qualität des heimischen Trinkwassers ist. Umso mehr mahnte Niederbergkirchens Bürgermeister Werner Biedermann bei der Generalversammlung der Wassergenossenschaft an, den Wert des eigenen Wassers zu achten.

Es war die 25. Generalversammlung der am 1. August 1994 gegründeten Wassergenossenschaft, in der Vorstandsvorsitzender Ignaz Bürger im Gasthaus Schützenwirt den Jahresabschluss von 2018 vorstellte. Die Aktiva und Passiva betrugen jeweils rund 270800 Euro. Bei den Aktiva entfielen rund 131000 Euro auf das Anlagevermögen wie Bauten und technische Anlagen, der Rest auf das Umlaufvermögen, bei dem der Kassenbestand von stolzen 122300 Euro den größten Posten ausmacht.

Fotovoltaikanlage hat
sich bereits amortisiert

Bei den Passiva ergab sich ein Eigenkapital von rund 269000 Euro. Diese Summe entstand, weil die Kapitalrücklage von rund 331000 Euro um den Verlustvortrag von 47100 Euro und einen Jahresverlust von exakt 16329,96 Euro zu mindern war. Die Umsatzerlöse betrugen 48500 Euro. Etwa 3300 Euro mussten für das Personal ausgegeben werden. An Abschreibungen fielen 21600 Euro an.

Da die sonstigen betrieblichen Aufwendungen fast 40000 Euro betrugen, ergab sich der vorher genannte Jahresverlust. Die Aufwendungen waren vor allem wegen der Kosten für die Ertüchtigung der Elektrik im Maschinenhaus und für das Ingenieurbüro Crystal Geotechnik – Beantragung einer neuen erhöhten jährlichen Entnahmegenehmigung aus den beiden Brunnen und Ausweisung eines Schutzgebietes – angefallen.

Die Wasseruntersuchungen verursachten ebenfalls (Radonmessungen) höhere Kosten. Die Wasserqualität war einwandfrei.

Die Fotovoltaikanlage zur Eigenstromerzeugung arbeitete sehr gut und hat sich bereits nach sechs Jahren amortisiert.

Auch die Werte für Eisen und Mangan lagen stets unter den Grenzwerten, Nitrat sogar unter der Nachweisgrenze. Der Jahresabschluss für 2018 wurde einstimmig genehmigt, ebenso, dass der Reinverlust auf neue Rechnung vorgetragen wird. Sowohl Vorstandsvorsitzender Ignaz Bürger als auch Aufsichtsrat Erster Bürgermeister Werner Biedermann wurden ohne Gegenstimme in ihrem Ämtern bestätigt.

Aufsichtsratsvorsitzender Hans Holz verlas den Bericht über die gesetzliche Prüfung des Genossenschaftsverbandes für die Jahre 2016/17. Er teilte mit, dass die Mitgliederzahl stabil bei 220 ist.

Um die Anlage zu ertüchtigen, soll 2020 zum einen das Granulat in den Enteisenungsanlagen ausgetauscht werden und es sollen im Wasserhaus die PVC-Rohre durch Metallrohre ersetzt werden.

Kommt Notverbund
mit Neumarkt-St. Veit?

Aufsichtsrat und Bürgermeister Werner Biedermann erläuterte den Sinn der Ringschlüsse im Bereich Kinning und Gehring, die zur Zeit erstellt werden. Er wies darauf hin, dass aufgrund erhöhter behördlicher Anforderungen die Anstellung eines Wassermeisters erforderlich sein wird, wobei eine gemeinsame Lösung mit Erharting angestrebt wird.

Die Schaffung eines „zweiten Standbeins“ könnte durch einen Notverbund mit Neumarkt-St. Veit (zwischen Arbing und Stützing) geschaffen werden. Die Verhandlungen gestalten sich positiv, so Biedermann. Eine Verträglichkeitsprüfung zur Mischung des Wassers ergebe keinen Hinderungsgrund. Damit könnte der vom Wasserwirtschaftsamt geforderte Bau eines zweiten Behälters vermieden werden. bic

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