Bedarf wächst weiter

von Redaktion

Es fehlen 100 Kindergarten- und 24 Krippenplätze in Mühldorf

Mühldorf – Die Stadt Mühldorf hat in den kommenden Jahren zusätzlichen Bedarf bei der Betreuung von Buben und Mädchen im Kindergarten- und im Krippenbereich. Bürgermeisterin Marianne Zollner und die Verantwortlichen der Stadtverwaltung legten dem Stadtrat die neusten Zahlen vor.

Der Stadtrat stimmte der Schaffung zusätzlicher Betreuungsplätze ohne Gegenstimme zu. Es müssen zusätzlich 100 Kindergarten- und 24 Krippenplätze im Zeitraum von 2020 bis 2022 geschaffen werden.

Im Krippenbereich ist mit einem Mehrbedarf von zwei Gruppen zu rechnen. Erforderlich ist die Erweiterung im Mühldorf Norden. Dort sollen auch die weiteren 24 Plätze entstehen. Im Kinderkrippenbereich wurden im Kindergartenjahr 2019/2020 in fünf Gruppen 182 Kinder betreut.

Die Zahl der Plätze in den Kinderkrippen 2 und 4 in der Waidbruckstraße und Ahamer Straße wurde zum Betreuungsjahr 2019/2020 von 48 auf 60 erweitert, um den vorhandenen Bedarf zu decken. Es liegen der Stadt Mühldorf bereits 15 weitere Anmeldungen vor – bei aktuell noch neun freien Plätze. Im Kindergartenbereich wurden im Betreuungsjahr 2019/2020 729 Plätze angeboten. Im Jahr 2014/2025 waren es 544 Kinder. Die 729 Kinder setzen sich aus 642 Regelkindern, 73 U3-Kindern und 14 Integrationskindern zusammen. Von diesen 729 sind 246 Vorschulkinder.

Die Nachfrage nach Plätzen im städtischen Kindergarten 1 am Innsbruckring (Mühldorf Nord bei der Mittelschule) war im Betreuungsjahr 2019/2020 aufgrund des angrenzenden Baugebiets mit vielen Einfamilienhäusern und jungen Familien sowie der Mehrfamilienhäuser an der Waidbruck- und Salzburgstraße wieder sehr hoch. Bei 53 Anmeldungen für 23 freie Plätze ab September 2019 steigt die Nachfrage auf die letzten Jahre gesehen stetig an. „Aus diesen Gründen ergab sich zum Betreuungsjahr 2019/2020 ein höherer Bedarf in den angrenzenden Einrichtungen und auch die Notwendigkeit einer Modullösung als Übergang bis zur Neuerrichtung des städtischen Kindergarten 5 in der Ahamer Straße“, stellte Marianne Zollner heraus.

Aufgrund des immer noch steigenden Platzbedarfs muss die Weiterführung der dritten Gruppe im katholischen Kindergarten St. Nikolaus sowie der katholischen Kinderwelt St. Laurentius erfolgen.

Zur Unterstützung der räumlichen Kapazitäten wurden im September 2018 ein zusätzlicher Gruppen- und ein Essensraum als Modullösung geschaffen, damit die Nutzung des Mehrzweckraums wieder vollständig erfolgen kann. Die Module wurden von der Stadt Mühldorf gekauft und werden in den kommenden Jahren weiter verwendet.

Weitere Kapazitäten im Kindergartenbereich ergeben sich durch die Fertigstellung des städtischen Kindergartens 5 an der Ahamer Straße im Frühjahr 2020. Die aktuelle Belegungs- und Anmeldesituation zeigt, dass nach Fertigstellung und Umzug der Bedarf der dritten Gruppe während des Betreuungsjahres bereits besteht und die vierte Gruppe spätestens zum Beginn des Betreuungsjahres 2020/2021 eröffnet werden muss.

Bayernweit liegt die Versorgungsquote für Kinder unter drei Jahren bei 31,5 Prozent (Stand 31. Dezember 2018). Aktuell errechnet sich eine Versorgungsquote in Mühldorf für alle Kinder unter drei Jahren von rund 37,5 Prozent, für alle Kinder von ein bis drei Jahren von rund 54,2 Prozent.

Auch im Hortbereich liegen zum September 2019 mehr Anmeldungen vor als Plätze (aktuell 80) zur Verfügung gestellt werden können. Der AWO-Kinderhort ist derzeit im Gebäude Stadtplatz 58 untergebracht. Die Angliederung des Hortes mit 80 Plätzen an der Grundschule wird voraussichtlich zum Schuljahr 2020/2021 fertiggestellt.

Anspruch auf Kindergartenplatz

Seit 1996 gilt in Deutschland für jedes Kind im Alter vom vollendeten dritten Lebensjahr bis zum Schuleintritt der Rechtsanspruch auf einen Kindergartenplatz. Der einklagbare Rechtsanspruch für Kinder ab dem ersten Lebensjahr wurde erst später eingeführt, er besteht seit dem 1. August 2013. Im aktuellen Koalitionsvertrag ist zudem der Rechtsanspruch auf die Ganztagsbetreuung im Grundschulalter festgehalten. Dieser soll bis 2025 umgesetzt werden.

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