Erharting – Das allseits begehrte Umritt Mod’l für die Teilnehmer mit Pferden beim Erhartinger Stephaniumritt ist fertig. Es ist immer ein streng gehütetes Geheimnis, welches Motiv für den aktuellen Umritt auserkoren wird. Da es von der ehemaligen Frixinger St. Stephanuskirche keinerlei bildlichen Zeugnisse gibt, hat sich die heimische Künstlerin Inge Wagner für die Hampersberger Wallfahrtskirche im Erhartinger Forst entschieden.
Die Beschreibungen der Frixinger Kirche decken sich nämlich in vielen Punkten mit dem kirchlichen Kleinod oberhalb des Sommerkellers. Zudem zeugt ein Fresko im Kirchenraum von der Verehrung des Erzmärtyrers St. Stephanus auf dem hohen Hampersberg.
Umritte galten schon seit jeher als Wallfahrten „hoch zu Ross“. Schon im 16. Jahrhundert erhielten die Sieger beim Pferderennen am Stephanitag in Frixing Sachpreise, die aus dem Kirchenvermögen gestiftet wurden. In der Regel waren dies wertvolle Tücher, die auch als „Renntücher“ bezeichnet wurden. Das Pferderennen gibt es schon lange nicht mehr, „Schiebungen“ bei den Platzierungen, „Doping“ bei den Pferden mittels verabreichten Alkohols und ausufernde Trinkgelage bei den Stephanireitern brachten diese altherkömmliche Tradition zum Erliegen. Für die Rösser gab es Hafer, der vom Frixinger Benefiziaten gesegnet wurde, als Futterbeigabe. Als sichtbares Zeichen zu den ehemaligen Rennpreisen erhalten nun die Stephanireiter das Umritt Mod’l als Wertschätzung ihrer aktiven Teilnahme am Erhartinger Umritt.
Tanja Kolm hat nach der Vorlage von Inge Wagner das Erinnerungsgeschenk in einem aufwendigen Arbeitsverfahren in Wachs gegossen, insgesamt 300 Stück. So hofft nun der Brauchtumsverein auf viele Teilnehmer hoch zu Ross beim Erhartinger Stephani-Umritt die sich mit ihren Rössern als ältesten Freund und Helfer des Menschen verbunden fühlen.
Anmeldungen zum Umritt unter Telefon 08631/2872 und www.verein-fuer-brauchtumspflege-erharting.de.