Noch herrscht Skepsis

von Redaktion

Carsharing: Gemeinderat Haag benötigt weitere Informationen

Haag – Eine kontroverse Debatte gab es in der jüngsten Sitzung des Haager Gemeinderates zur E-Mobilität und zum Carsharing. Der Beitritt zu einem entsprechenden Förderprojekt des Landkreises wurde im ersten Anlauf abgelehnt. Die Räte wünschen vor einer Entscheidung noch genauere Informationen.

Buchen über eine Internetplattform

„Ich würde das vorschlagen“, eröffnete Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) die Diskussion. Sie hatte das Projekt des Landkreises mit dem Verein „Landmobile“ vorgestellt und es schon deshalb empfohlen, da Haag auf eine Verbesserung des Öffentlichen Nahverkehrs noch länger zu warten habe. Die Gemeinde müsse sich jetzt aber verbindlich für dieses Projekt anmelden.

Darin heißt es: „Es könnten E-Fahrzeuge und weitere Ladesäulen beschafft werden und diese über eine Buchungsplattform der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden.“ Die Organisation übernähme der Verein. Einzubeziehen seien bereits vorhandene Elektrofahrzeuge der Gemeinde als Leihautos. Das Projekt laufe vorerst von Januar 2020 bis 2023. „Dann können wir wieder entscheiden, ob wir aus dem Programm herausgehen, wenn keiner die Autos annimmt“, so Schätz.

Die voraussichtlichen Kosten belaufen sich auf 3000 bis 5000 Euro plus Mitgliedsbeitrag von 660 Euro und einmaligen 50 Euro pro Jahr. Die Infrastruktur müsse ausgebaut sein, um das Projekt nutzen zu können, regte Dritter Bürgermeister Herbert Zeilinger (WFH) an. Dazu Bürgermeisterin Schätz: „Wir sind in Haag gut bestückt.“ Neue Ladesäulen, allerdings keine kostenfreien, kämen an den Bürgersaal. CSU-Chef Ludwig Schletter gab zu bedenken, dass eine Ladesäule bis zu 10000 Euro koste – ohne die anfallenden Baukosten. „Da sollten wir wissen, was auf uns zukommt“, so Schletter.

Dr. Bernhard Grabmeyer (Freie Wähler) fand es problematisch, dass kein „grüner Strom“ zur Verfügung stehe. Bürgermeisterin Schätz verwies darauf, dass die Gemeinde zu 100 Prozent Ökostrom nutze, was CSU-Chef Ludwig Schletter damit kommentierte: „Das ist Augenwischerei.“ Christian Mangstl (CSU) unterstrich die Notwendigkeit zur Klärung der Versicherungsfragen bei Unfällen. Eva Rehbein (SPD) fand „die Idee sehr gut“: „Da vergeben wir uns nicht viel, zu versuchen, das zu etablieren.“ Unterstützenswert hielt Konrad Lipp (WfH) die Fahrgemeinschaften, da so Autos eingespart werden könnten.

Skeptischer äußerte sich Baureferent Stefan Högenauer: „Es wird sich zeigen, ob das der Weisheit letzter Schluss ist.“

Da den Gemeinderäten für ihre Abstimmungen „nicht alle Bedingungen“ vorlägen, bleibe „ein gewisses Unbehagen“. Ziel sei es, die E-Mobilität zu fördern, hielt Bürgermeisterin Sissi Schätz dagegen. Der Verein organisiere alles, die Gemeinde beteilige sich an den Kosten.

Zuerst die Bedingungen klären

CSU-Chef Ludwig Schletter bestand auf dieser Reihenfolge: zuerst die Bedingungen anhören, dann beitreten. So lehnten die Räte im ersten Beschluss, dem Verein beizutreten und am „Sharing-Förderprojekt Landmobil“ teilzunehmen, ab. Im zweiten Beschluss einigte sich das Gremium dann darauf, sich anzuhören, was ein Vertreter dieses Vereins zu sagen hat.

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