Buchbach – Seit Generationen werden sie „Hatauberer“ genannt, ob als Markenzeichen, zur Wertschätzung, oder als Beschimpfung und Herabsetzung gleichermaßen. Immer wieder fragen sich Auswärtige und auch „Zuagroaste“, aus welchem Grund die Buchbacher „Hatauberer“ genannt werden und woher diese Bezeichnung stammt. Ein Erklärungsversuch.
Seit wann und woher diese Bezeichnung der Buchbacher konkret stammt, ist nicht bekannt. Es gibt weder Aufzeichnungen, noch Schriftstücke, aus denen man diese Legende ableiten könnte. Das einzig Schriftliche ist eine Ballade über die Geschichte der „Hatauberer“, verfasst vom Buchbacher Heimatforscher Max Wallner in Heimatbuch „1200 Jahre Buchbach“ (Seite 275).
In der Geschichte von Buchbach muss es wohl um 1900 ein Vorkommnis im Zusammenhang mit der Suche nach einem Bürgermeister für das damals auf den Marktflecken begrenzte Buchbach gegeben haben. Also passend auf die aktuelle Situation im Hinblick auf die Kommunalwahlen 2020, wo auch wieder eine Bürgermeisterwahl ansteht.
Damals allerdings, so die Legende, sollen die Buchbacher Bürger verzweifelt gewesen sein, weil der Markt zwar vom Bäcker, Metzger, Bräu, Wasser, Licht bis hin zum Bader (alter bairischer Ausdruck für Friseur oder Arzt/Heilpraktiker) alles hatte, nur keinen Bürgermeister. Offenbar hat sich damals von den Buchbachern niemand um dieses Amt „gerissen“. Der Buchbacher Rat, schon immer weise, ließ sich schließlich von Glück und Zufall leiten.
In Buchbach wurden schon immer Tauben, vor allem auch Brieftauben, gehalten. Dies beweisen die lange Zeit abgehaltenen Taubenmärkte. So war es naheliegend, dass man auf die Idee kam, einen Tauberer loszuschicken, der sich aus luftiger Höhe einen „Marktler“ als Bürgermeister aussuchen sollte.
Der Rat beschloss also, dass derjenige Bürgermeister sein soll, auf dessen Dach sich der Tauberer niederlässt. So geschehen, wurde ein Tauberer losgelassen. Nach einigen irritierenden Runden zog sich der Kreis immer enger, vorbei an den Häusern der gestandenen Buchbacher Bürger, schließlich landete der Tauberer auf dem Dach des armen Schinders – zur Erklärung: ein Abdecker, jemand der Tierkadaver beseitigt und verwertet. So hatten es sich die Buchbacher Markträte allerdings nicht vorgestellt, waren sie doch davon ausgegangen, dass der Tauberer so schlau wäre, sich auf das Dach des Bräus, Schneiders oder auch Kramers zu setzen, also einem angesehenen Buchbacher Bürger.
Aufgrund des eindeutigen Ratsbeschlusses war die Suche gültig, so dass sie alle nur noch schrien: „Ha Tauberer, wos machst denn, wo fliegst denn hi“.
Seit dieser Zeit werden die „Puechpecker“ die „Hatauberer“ genannt. Eine Legende, die sich bis heute gehalten hat.
Ende der 1960er-Jahre bekam der „Hatauberer“ nach der Gründung der Bubaria eine besondere Aufwertung: Erna Zarmer, die Präsidentin, und Max Wallner hatten diese Legende aufgegriffen, in den Fasching eingebaut und daraus den Faschingsschlachtruf kreiert: „Buchbacher wos samma? Hatauberer samma! Hatauberer wos samma? Buchbacher samma!“. Dieser Schlachtruf wird bis heute auf allen Buchbacher Faschingsveranstaltungen gerufen.
Um dieser Legende den entsprechenden Stellenwert in Buchbach einzuräumen, steht auf dem Rathausinnenhof, dem „Hatauberer-Platz“, eine Stele mit Buchbacher Bürgerhäusern, obenauf eine Taube und der Geschichte in Gedichtform (siehe Kasten).ram