Töging – 32 Wahlberechtige und noch einmal so viele Interessierte kamen zur Kandidatenkür der Töginger Freien Wähler im Töginger Müllerbräu. Bei nur einer Enthaltung wurde Brigitte Gruber, die als fraktionsloses Stadtratsmitglied erst vor wenigen Wochen den Freien Wählern beigetreten war, zur Spitzenkandidatin gewählt. Die anderen 19 Kandidaten erhielten ebenfalls das Vertrauen aller Wahlberechtigten.
Der Altöttinger Kreisvorsitzende Dieter Wüst zeigte sich hocherfreut über die Entwicklung bei Tögings Freien Wählern. Während man in der Vergangenheit schon mehrmals über die Auflösung des Ortsverbandes diskutiert hätte, stimme der große Zuspruch nun mehr als positiv: „Man spürt die Aufbruchstimmung und den Teamgeist, wie jeder für jeden da sein will.“ Er dankte auch den anwesenden Stadträten anderer Parteien, die bei der Nominierung mit dabei waren: „Das wertet diese Veranstaltung auf!“
Noch bevor die einzelnen Listenkandidaten bestimmt wurden, ging es um die Wahl der Bürgermeisterkandidatin Brigitte Gruber. „Gitti, Du wirst den Bürgermeisterwahlkampf beleben und allein das ist es wert!“, dankte Wüst der Kommunalpolitikerin. Für das Bürgermeisteramt fühle Gruber sich durch ihre langjährige Erfahrung und die verwaltungstechnische Praxis im Mühldorfer Finanzamt gut gewappnet. Wichtig sind der Kandidatin Transparenz und das Mitspracherecht der Bürger.
Bürgerbeteiligung
im Stadtrat
Für künftige Stadtratssitzungen lud die Kandidatin die Bürger ein, noch mehr das Wort zu ergreifen. Zudem würde sie sich zweimal im Monat Zeit nehmen, damit Bürger ihre Anliegen im Rathaus vorbringen können. In den Schulen und Kindergärten müssten das Mittagsangebot und die Ganztagesbetreuung weiter verbessert werden und für den Jugendtreff ein neues Konzept gefunden werden: „Ein Treff, der nur zweimal geöffnet hat, und zwar genau dann, wenn die Zielgruppe noch in der Schule ist, macht keinen Sinn!“, sagte Gruber.
Weiterhin müsse ein Verkehrskonzept für den „Stachus“, also die Straßen im Zentrum, erarbeitet werden. So sei es unhaltbar, dass „am Toerringhof täglich 250 Schwerlaster den Berg rauf fahren“, meinte Gruber. Um das Freibad bei Kindern und Jugendlichen attraktiv zu halten, solle nicht nur das Angebot weiter verbessert werden, sondern auch der Eintritt für Kinder unter zwölf Jahren frei sein.
Für die Wirtschaft wolle sie die von der Stadt in den letzten Jahren erworbenen Grundstücke nun verwerten und zudem neue Grundstücke für günstige Wohnungen erschließen. Auch Breitband und Kanalisation müssten weiter verbessert werden.
Ein wichtiges Anliegen ist der Kandidatin, dass an der Stelle des ehemaligen Polizeigebäudes am Rathaus eine Begegnungsstätte für alle entsteht: „Café im Erdgeschoss, Veranstaltungsräume im Obergeschoss und überhaupt den Rathausplatz viel mehr beleben und nutzen!“. Die Kulturreferentin räumte zwar ein, dass es zwischen Altötting und Mühldorf schwierig sei, sich kulturell zu profilieren, „aber da geht definitiv noch mehr!“. Der Sportplatz am Harter Weg soll neben Tennis und Fußball auch einen Skaterpark und eine Anlage für die Radfahrer der Sportfreunde erhalten, während an der Stelle des städtischen Sportplatzes am Wasserschloss Wohnanlagen entstehen: „Diese Vision macht mir richtig Freude!“, erklärte Brigitte Gruber. pbj