Noch Jahre warten

von Redaktion

Frühestens 2024 kommt Hochwasserschutz an der Innauenstraße

Mühldorf/München – Die Anwohner an der Innauenstraße in Mühldorf müssen noch lange auf Schutz vor Hochwasser warten. Das wurde nach einer Informationsveranstaltung des Wasserwirtschaftsamtes klar. Die Behörde hatte zusammen mit der Stadt die Anwohner in einer nicht öffentlichen Veranstaltung über den Stand der Dinge informiert.

Auf wenig Begeisterung stieß die Zeitplanung des Wasserwirtschaftsamtes bei den Anwohnern. „Eigentlich steht für unseren Abschnitt ja noch gar nichts fest“, sagt Anwohnerin Hildegard Kraus auf Anfrage. „Wir gehen davon aus, dass vorerst nichts passiert, auf keinen Fall vor 2024.“ Ihr und anderen Anwohnern sei unverständlich, dass die Planungen erst jetzt beginnen und so lange brauchen würden.

Lange Planung verzögert Bau

Dafür macht Paul Geisenhofer, Leiter des Wasserwirtschaftsamtes Rosenheim, die große Zahl von Hochwasserschutzmaßnahmen in Bayern verantwortlich. „Das erfordert eine Priorisierung. Der Hochwasserschutz für Mühldorf wurde in zwei Bauabschnitte aufgeteilt, die nacheinander ausgeführt werden, erklärt er auf Anfrage. Der erste Bauabschnitt – die Sicherung von ODU und der Kläranlage – soll im nächsten Jahr fertig werden. Deshalb, bestätigt er die Annahme der Anwohner, sei ein Fertigstellungstermin 2024 „nicht unrealistisch“.

Kosten tragen Freistaat und Stadt

Grund für die lange Planungszeit von über einem Jahr und die anschließende Fertigstellung ist laut Geisenhofer der hohe Aufwand der Planung. Verschiedene Genehmigungsverfahren, die Suche nach der technisch und wirtschaftlichen Lösung und die Einbindung von Behörden und Anwohnern gehörten dazu. „Für das öffentlich-rechtliche Genehmigungsverfahren eines Projektes dieser Größenordnung ist mit bis zu einem Jahr zu rechnen.“

Zu den Kosten konnte Geisenhofer noch nichts sagen. Sie trägt der Freistaat unter Beteiligung der Stadt.

Positiv: Mauer
statt Wall

Positiv bewerten die Anwohner laut Kraus dagegen den Verzicht auf einen Damm, für den Grund von ihren Gärten gebraucht worden wäre. Auch der ursprünglich vorgesehene Weg auf der Dammkrone war ihnen ein Dorn im Auge, da Spaziergänger ungehinderte Blicke in ihre Gärten gehabt hätten.

Mühldorfs Bürgermeisterin Marianne Zollner zog ein positives Fazit des Informationsgesprächs: „Es freut mich sehr, dass wir mit den Anwohnern und dem Wasserwirtschaftsamt eine einvernehmliche Lösung gefunden haben“, ließ sie per Pressemitteilung verlauten.

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