Burgkirchen – Bei der Versammlung des Zweckverbandes Abfallverwertung Südostbayern (ZAS) wurde bekannt, dass der planmäßige Abbau der Rücklagen weiterläuft. Das Minus fiel 2019 mit rund 5,5 Millionen Euro um etwa 380000 Euro geringer aus als geplant. Obwohl beide Brennöfen im Jahr 2019 insgesamt 477 Stunden nicht liefen, konnte die Stromproduktion auf knapp 6,5 Gigawattstunden erhöht werden. Der höhere Strompreis und Erträge durch den überschüssigen Prozessdampf, der an bisher nur den benachbarten Industriepark Gendorf geliefert wird, kam es zu dem unerwartet guten Geschäftsergebnis. Allerdings sucht der Verband immer noch nach Lösungen für die überschüssige Prozesswärme, weswegen nun Gewächshäuser damit beheizt werden sollen.
Umfassender
Rückblick
In seiner Rede blickte der Verbandsvorsitzende Erwin Schneider umfassend zurück. Angesichts der anstehenden Kommunalwahlen und des Jubiläums „25 Jahre Verbrennungsanlage in Burgkirchen“, dankte Schneider den Wegbereitern, die seit Mitte den 1980er-Jahren den ZAS vorbereiteten und teilweise erst jetzt aus dem Verbandsgremium ausscheiden. Personen, wie seinen Amtsvorgänger im Landratsamt, Seban Dönhuber, oder den Verbandsrat Hans Eschlberger, der schon 1984 als junger Beamter im Traunsteiner Landratsamt an einer Satzung des ZAS arbeitete, hob Schneider in seiner Rede hervor. Daneben erinnerte Schneider aber auch an Meilensteine der Verbandsgeschichte, wie die Herausforderungen der Hochwasserkatastrophe von Simbach 2016, oder das Jahr 2008, in dem der ZAS den Betrieb der Verbrennungsanlage erstmals selbst in die Hand nahm. Die 5,5 Millionen Tonnen verbrannten Mülls seit 1994 würden einen „Zug von Flensburg bis Sizilien“ bilden oder man könnte alternativ den Tachinger See damit befüllen, sagte Schneider.
Er hob die Effizienz der Anlage auch aus ökologischen Gesichtspunkten hervor: Durch den Müll als Brennstoff habe man bei derStromproduktion „ohne nachweisbare Umweltbelastung“ auch viel CO2 eingespart, erklärte der Vorsitzende. Seit Schneiders Amtsantritt im Jahr 2000 hätte der Verband darüber hinaus nicht nur Darlehen in Höhe von 220 Millionen Euro abgegolten, sondern vielmehr sogar noch Rücklagen in zweistelliger Millionenhöhe für eine zunächst geplante Biogasanlage bilden können. Allerdings betonte Schneider, dass die Entscheidung von 2017, die Anlage letztlich nicht zu bauen, „damals für alle die beste Lösung“ gewesen sei. Der Vorsitzende wies auch auf laufende Gebäudesanierungen hin, die mit insgesamt 2,3 Millionen Euro zu Buche schlagen und 2020 abgeschlossen werden sollen.
Unklar ist, ob der niedrige Entsorgungspreis – 78 Euro pro Tonne angelieferten Mülls (38 Euro für den Landkreis Altötting) – die gestiegenen Anliefermengen im Jahr 2019 verursacht. Fest steht, dass die Mitglieder des ZAS im Schnitt rund 1000 Tonnen mehr Müll angeliefert haben, als noch 2018. Dafür wurden extern knapp 2000 Tonnen weniger Müll angenommen. Trotzdem mussten 10000 Tonnen Müll bis zu Partneranlagen in Sachsen-Anhalt gebracht werden. „Die Rekordwerte vom Jahr 2017 werden wir wohl nicht erreichen“, bedauerte Schneider den Umstand, dass die Anlagen in diesem Jahr wieder lange still standen.
Kosten sollen
gesenkt werden
Unterm Strich wurden deswegen 6500 Tonnen weniger Müll verbrannt, als im Vorjahr. Um die Rücklagen weiter abzubauen, sollen die Kosten pro angelieferter Tonne nach dem Willen der Mitglieder im kommenden Jahr auf 68 Euro (28 Euro im Landkreis Altötting) abgesenkt werden. Neben der Gebäudesanierung sind die größten Investitionen der Bau einer Fernwärmeleitung zum Emmertinger Ortsteil Bruck (1,8 Millionen Euro) sowie der Umbau der „Schlackegrube“ in ein Zwischenlager für den angelieferten Müll.