Neumarkt-St. Veit – Eine marode Brücke über einem Gleis, auf dem kein Zug mehr fährt: So könnte man Zustand der Überführung im Norden der Gemeinde Hofthambach beschreiben. Bei der letzten Bewertung hatte die Brücke die Zustandsnote 5,0 erhalten. Das ist fast zwei Jahre her. Der Bauausschuss hatte damals, in der Aprilsitzung 2018 die Zustandsbeschreibung lediglich zur Kenntnis genommen, denn die Brücke hat keine größere Verkehrsbedeutung. Doch durfte schon damals die Brücke mit landwirtschaftlichen Fahrzeugen ab zwölf Tonnen nicht mehr befahren werden. Eine Lösung musste her. Und die wurde nun zunächst dem Bauausschuss der Stadt Neumarkt-St. Veit und dann dem Stadtrat präsentiert: eine neue Brücke für rund 790000 Euro.
Brücke aktuell in
desolatem Zustand
Die Planungen dazu sind schon weit gediehen, Ingenieur Konrad Haindl vom Ingenieurbüro „Infra“ aus Rosenheim stellte diese dem Bauausschuss vor. Er sprach von einer Überführung, die sich in einem „desolaten Zustand“ befinde. Kurz war im Bauausschuss und auch schon in den Sitzungen zuvor über die Sinnhaftigkeit einer solchen Überführung gesprochen worden, zumal die Bahnlinie aktuell stillgelegt ist. Doch Haindl gab zu bedenken, dass die Bahnstrecke sicher noch nicht abgeschrieben sei, die Bahn stets hoffe, Betreiber für stillgelegte Bahnlinien zu finden, „die Politik geht ja auch in die Richtung“.
Den Brückenbau, den er dann vorstellte, hat eine Fahrbahnbreite von fünf Metern, eine Gesamtbreite von 9,6 Meter. Die Brücke, die mit Fertigteilen errichtet werden soll, entstehe an einer einer relativ steilen Böschung, Drahtgittergeländer werden als Absturzsicherung montiert, links und rechts befinden sich Gehwege.
Dort hakte im Bauausschuss aber Peter Hobmaier (UWG) ein, kritisierte, dass die Leitplanken so nah am Geländer geplant seien, dass Fußgänger mit Kinderwagen kaum passieren könnten. Ingenieur Haindl widersprach nicht, erklärt aber, dass der Brückenbau gewissen Richtlinien unterworfen sei, um die größtmögliche Förderung abzugreifen. Schmale Gehwege müsse man deswegen in Kauf nehmen. Die Lebensdauer einer neuen Brücke gab der Ingenieur mit 70 bis 90 Jahren an. Das Problem: das Gelände. Die Brücke habe, auch wegen der Entwässerung, nach Westen hin ein leichtes Gefälle und könne auch eben zur Straße errichtet werden. Jedoch gehe das zu Lasten der Höhe, eine Elektrifizierung der Bahnstrecke sei nicht möglich, sechs Meter wären dafür erforderlich. „Ich gehe nicht davon aus, das uns das trifft“, so Haindl. Schließlich seien von der Bahn auch keine sechs Meter gefordert worden. Bei einer Zuschusssituation von 60 Prozent verblieben der Stadt Neumarkt-St. Veit rund 240000 Euro, rechnete Haindl vor.
Straßenverlegung
kostet 60000 Euro
Stadtrat Reinhard Fuchs (CSU) gab bei der Planung zu bedenken, einen ausreichenden Radius zu gewährleisten, damit überlange landwirtschaftliche Zugmaschinen problemlos die Brücke überqueren könnten. Der Winkel von Hofthambach kommend erschien ihm zu spitz. Haindl bestätigte dies, warf aber ein, dass eine Verlegung der Straße östliche der Brücke Mehrkosten in Höhe von 60000 Euro verursachen würde.
Es wäre alternativ und auf relativ einfachem Wege auch eine Verbreiterung der Straße möglich, die er mit etwa 10000 Euro an Kosten angab. Wenn Brücke und Straße in Einklang gebracht worden seien, sei es kein Problem für landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge die Brücke zu passieren –selbst bei einer Länge bvon 18 Metern, so Haindl.
Sowohl Bauausschuss als auch Stadtrat stimmten der Entwurfsplanung einstimmig zu. Damit geht der Auftrag an die Verwaltung einher, den Förderantrag zu stellen.